Lindt senkt Schokoladenpreise nach Kakaopreisfall - Weitere Hersteller könnten folgen
Lindt senkt Schokoladenpreise nach Kakaopreisfall

Lindt reagiert auf gesunkene Kakaopreise mit Preissenkungen

Der renommierte Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat begonnen, die Preise für einzelne Produkte zu reduzieren. Diese Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund deutlich gefallener Rohkakaopreise an den internationalen Börsen. Das Unternehmen bestätigte auf Nachfrage, dass die unverbindliche Preisempfehlung für 100-Gramm-Tafeln der Classics-Produktlinie von 2,69 auf 2,19 Euro gesenkt wurde.

Konkrete Preisanpassungen bei Lindt-Produkten

Zu den betroffenen Sorten gehören beliebte Klassiker wie Vollmilchschokolade und Haselnussschokolade. Eine Unternehmenssprecherin erklärte, dass weitere Preisanpassungen derzeit geprüft werden. Zudem plant Lindt & Sprüngli bereits für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft ausgewählte Preissenkungen. So soll die UVP für den 200-Gramm-Weihnachtsmann von 8,99 auf 7,99 Euro reduziert werden.

Wichtig zu beachten ist jedoch: Aufgrund der langfristigen Einkaufsstrategie des Unternehmens wirken sich die aktuell niedrigen Kakaopreise nicht unmittelbar auf alle Produkte aus. Im vergangenen Jahr hatte Lindt infolge vorheriger Preiserhöhungen einen deutlichen Absatzrückgang von 6,6 Prozent verzeichnet.

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Bahlsen zieht nach - Mondelez noch zurückhaltend

Auch der traditionsreiche Süßwarenhersteller Bahlsen hat bereits reagiert und Preise für einige Produkte wie Schokoladenkekse gesenkt. Eine Sprecherin betonte, man wolle die gesunkenen Kakaopreise an die Verbraucher weitergeben. Allerdings legen letztlich die Händler die endgültigen Verkaufspreise fest.

Der Milka-Hersteller Mondelez äußerte sich auf Anfrage nicht dazu, ob Schokolade der Marke billiger werden könnte. Diese Zurückhaltung steht im Kontrast zu den bereits aktiven Lebensmitteleinzelhändlern, die Ende Januar und erneut in dieser Woche die Preise zahlreicher Eigenmarkenprodukte gesenkt haben.

Hintergrund: Die Kakaopreis-Entwicklung

Die aktuellen Preissenkungen haben einen konkreten wirtschaftlichen Hintergrund. Die Preise für Rohkakao an den Börsen sind zuletzt stark gefallen, was auf eine bessere Kakaoernte zurückzuführen ist. Dies markiert eine deutliche Wende gegenüber den vergangenen Jahren, in denen Schokolade erheblich teurer geworden war.

Ursache für die früheren Preiserhöhungen waren befürchtete Ernteausfälle in Westafrika infolge von Pflanzenkrankheiten und Extremwetterereignissen. Hersteller und Händler gaben die damals gestiegenen Rohstoffkosten an ihre Kunden weiter. Laut Statistischem Bundesamt war eine Tafel Schokolade im März im Durchschnitt 71 Prozent teurer als noch im Jahr 2020.

Verbraucherverhalten und Marktentwicklung

Die hohen Preise der vergangenen Jahre haben das Konsumverhalten spürbar verändert. Laut einer im Februar durchgeführten YouGov-Umfrage kauft jeder zweite Verbraucher (52 Prozent) deutlich oder etwas weniger Schokolade als vor zwei Jahren. Nur 39 Prozent kaufen etwa gleich viel, während lediglich 5 Prozent mehr konsumieren.

Für die Hersteller hat diese Entwicklung deutliche Folgen: Nach Angaben des Marktforschers NIQ sank die Zahl der verkauften Packungen bei Schokoladenwaren 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent. Bei Weihnachtsschokolade war der Rückgang mit 12 Prozent sogar noch ausgeprägter. Bemerkenswert ist, dass knapp drei Viertel der Ware im Sonderangebot gekauft wurde - mehr als im vorherigen Weihnachtsgeschäft.

Besonderheit im Ostergeschäft

Interessanterweise zeigte sich im jüngsten Ostergeschäft ein gegenläufiger Trend. Trotz der gesunkenen Rohstoffpreise wurden die Preise für Produkte von Marken wie Lindt, Milka, Kinder und Ferrero erneut erhöht. Die Osterhasen aus Schokolade kosteten bis zu 29 Prozent mehr als vor Ostern 2025, nachdem sie bereits im Vorjahr teurer geworden waren. Allerdings wurden Schoko-Osterhasen zuletzt auffallend oft in Aktionen und deutlich unter dem Normalpreis angeboten.

Die aktuelle Entwicklung bei Lindt und Bahlsen könnte somit den Beginn einer breiteren Trendwende im Schokoladenmarkt markieren, nachdem Verbraucher jahrelang mit steigenden Preisen konfrontiert waren.

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