Wirtschaftsweise Bericht: Ulrike Malmendier könnte aus Sachverständigenrat ausscheiden
Stellt die Bundesregierung ihr wichtigstes Ökonomen-Gremium in naher Zukunft neu auf? Die Amtszeit einer der renommierten „Wirtschaftsweisen“ läuft in Kürze aus – und wird möglicherweise nicht verlängert. Dies berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf interne Informationen aus Regierungskreisen.
Amtszeit endet am 28. Februar
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier gehört seit dem Jahr 2022 zu den fünf Mitgliedern des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Ihre offizielle Amtszeit endet planmäßig am 28. Februar dieses Jahres. Die Bundesregierung hätte grundsätzlich die Möglichkeit, sie um mehrere weitere Jahre im Amt zu bestätigen. Nach den aktuellen Erkenntnissen des „Handelsblatts“ gibt es jedoch innerhalb der Regierungskoalition deutlichen Widerstand gegen eine solche Wiederberufung.
Bundeswirtschaftsministerium äußert sich zur Personalfrage
Das Bundeswirtschaftsministerium reagierte auf eine entsprechende Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit einer offiziellen Stellungnahme. Darin betonte das Ministerium ein großes Interesse an einer zügigen Klärung der anstehenden Personalfrage. „Wiederberufungen sind grundsätzlich möglich, aber nicht zwingend“, hieß es aus dem Ministerium. Weiter wurde erklärt, dass es der Bundesregierung besonders wichtig sei, den Sachverständigenrat mit Blick auf die zentralen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit optimal aufzustellen.
„Hierzu ist vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen zurzeit insbesondere makroökonomische, handelspolitische und finanzpolitische Expertise gefragt“, so die offizielle Aussage. Diese Formulierung lässt Raum für Spekulationen, ob das bisherige Profil von Malmendier vollständig mit den aktuell priorisierten Anforderungen übereinstimmt.
Expertise von Ulrike Malmendier
Ulrike Malmendier bringt eine beeindruckende wissenschaftliche Laufbahn in den Sachverständigenrat ein. Ihre Expertise konzentriert sich vor allem auf die Bereiche der Kapitalmärkte, der Unternehmensfinanzierung und der Verhaltensökonomie. Sie forscht und lehrt als Professorin an der renommierten University of California, Berkeley in den Vereinigten Staaten. Seit ihrem Eintritt in das Gremium im Jahr 2022 hat sie ihre international anerkannte Perspektive in die gesamtwirtschaftlichen Analysen und Gutachten eingebracht.
Die mögliche Nicht-Wiederberufung wirft Fragen zur künftigen Ausrichtung des Sachverständigenrats auf. Sollte Malmendier tatsächlich ausscheiden, müsste die Bundesregierung zeitnah eine Nachfolge benennen, um die Handlungsfähigkeit des wichtigen Beratergremiums zu gewährleisten. Die Entscheidung wird mit Spannung in Wirtschaftskreisen und der wissenschaftlichen Community erwartet.



