Deutscher Maschinenbau leidet unter Handelskonflikten und globaler Unsicherheit
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im Jahr 2025 einen deutlichen Rückschlag bei den Exporten hinnehmen müssen. Nach Angaben des Branchenverbandes VDMA in Frankfurt sanken die Ausfuhren um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024. Preisbereinigt fiel der Rückgang mit 3,3 Prozent sogar noch stärker aus. Insgesamt wurden Maschinen und Anlagen im Wert von 198,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert, was die anhaltenden Herausforderungen der exportorientierten Industrie unterstreicht.
US-Zölle und Protektionismus treffen Kern der Branche
„Die US-Zölle, der zunehmende Protektionismus sowie die damit einhergehende Unsicherheit auf den Weltmärkten treffen den exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau ins Mark – und stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen“, betonte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. Die Produktion ging preisbereinigt um 2,6 Prozent zurück und schrumpfte damit bereits das dritte Jahr in Folge. Besonders dramatisch entwickelten sich die Exporte in die USA, den wichtigsten Einzelmarkt, die um 8,0 Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Euro einbrachen.
China-Geschäft schwächelt weiter – Europa bleibt Stütze
Parallel zum US-Engagement verzeichnete auch das wichtige China-Geschäft einen Rückgang von 8,2 Prozent im Jahresvergleich. Dieser langjährige Trend zu sinkenden Exporten in die Volksrepublik dürfte sich nach Einschätzung des Verbandes fortsetzen. Dennoch gab es Lichtblicke: Das Geschäft mit den EU-Ländern blieb robust, auch wenn die Exporte nominal um 0,3 Prozent leicht zurückgingen. Wachsende Exporte verzeichneten die Maschinenbauer etwa nach Italien und Spanien, in die südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie in den Nahen und Mittleren Osten.
Zukunftsaussichten: Weitere Belastungen und vorsichtige Hoffnung
Für das laufende Jahr zeigt sich der Maschinenbau wenig zuversichtlich. Im US-Geschäft belasten weiterhin hohe Zölle auf den Stahl- und Aluminiumanteil von Maschinen, während neue drohende Zollschocks die Planung erschweren. Erst kürzlich hatte US-Präsident Trump nach einer Niederlage vor dem Supreme Court einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent angekündigt. Positiv stimmt dagegen ein positiver Auftragseingang aus den Euroländern. Der VDMA rechnet für dieses Jahr mit einem leichten Anstieg der Produktion, nachdem die Branche mit rund einer Million Beschäftigten in Deutschland seit langem in der Flaute steckt und zuletzt erste Anzeichen für eine Erholung zeigte.



