Nach öffentlichem Wirbel um seine Vergütungen hat Münchens Noch-Oberbürgermeister Dieter Reiter (67, SPD) seine Posten im Aufsichtsrat und Verwaltungsbeirat beim FC Bayern niedergelegt. Nun steht auch sein Nachfolger fest: Am Freitagabend wurde Milliardär Alexander Sixt (47) in einer Versammlung zum neuen Chef des Verwaltungsbeirats gewählt. Dieses Gremium berät das Klub-Präsidium. Der Reiter-Nachfolger ist der Sohn des langjährigen Sixt-Bosses Erich Sixt (81) und seiner Frau Regine Sixt (83). Sein Vermögen wird laut Forbes auf 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Seit Juni 2021 hat er zusammen mit seinem Bruder Konstantin die Führung beim Autovermietungs-Riesen von seinem Vater übernommen und ist seither als Co-Vorsitzender des Unternehmens insbesondere für die Bereiche Strategie und Organisation zuständig.
Herbert Hainer lobt den neuen Vorsitzenden
Bayern-Präsident Herbert Hainer (71) erklärte auf der Vereinshomepage zur neuen Rolle des Milliardärs: „Alexander Sixt bringt alles mit, um den FC Bayern bei seiner Weiterentwicklung unterstützen zu können. Er verfügt über einen umfangreichen wirtschaftlichen Background und ein großes Netzwerk und wird für frische Impulse sorgen. Wir sind sehr glücklich, ihn als Vorsitzenden unseres Verwaltungsbeirats gewonnen zu haben und schauen zuversichtlich in die Zukunft.“
Warum Reiter seine Posten bei Bayern niederlegte
Vorgänger Dieter Reiter hatte seine Posten im März aufgegeben. Dazu erklärte er damals: „Das Vertrauen der Münchner steht für mich über allem. Deshalb habe ich mich entschieden, meine Mandate im Aufsichtsrat und im Verwaltungsbeirat des FC Bayern München niederzulegen.“ Vorausgegangen waren wochenlange Diskussionen: Welche Jobs kann der Oberbürgermeister beim größten Sportverein der Stadt wahrnehmen? Und vor allem: Darf er sich dafür bezahlen lassen?
Seit 2016 war Reiter Mitglied im Verwaltungsbeirat der Bayern. Dafür erhielt er nach eigenen Angaben 20.000 Euro im Jahr als Entschädigung. Nach BILD-Informationen diente das Geld dafür, dass Reiter die teuren Eintrittskarten für den VIP-Bereich bezahlen konnte. Im Februar 2026 meldete der Verein, dass Reiter neues Mitglied des Aufsichtsrats würde. Wie hoch die Entschädigung dafür liegt, hat der Oberbürgermeister noch nicht erklärt. Seine Einnahmen aus der Nebentätigkeit seit 2021 von 90.000 Euro hat Reiter jeweils zur Hälfte an die beiden Projekte „Mini-München“ und „Bunt kickt gut“ gespendet. In wenigen Wochen soll Reiter am 11. Mai bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Stadtrates die Amtskette persönlich an seinen Nachfolger Dominik Krause (35, Grüne) überreichen.



