Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat im zweiten Quartal 2026 einen überraschend starken bereinigten Betriebsgewinn von 33,4 Milliarden dänischen Kronen (rund 4,5 Milliarden Euro) erzielt – elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf das Unternehmen die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 28,7 Milliarden Kronen deutlich. Angesichts dieser Zahlen hob der Vorstand seine Gewinn- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.
Abschreibungen belasten, Kern geschäft brummt
Der ausgewiesene Gewinn enthält allerdings nicht die Abschreibungen von insgesamt 6,3 Milliarden Kronen auf die Medikamenten-Pipeline. Davon entfallen allein vier Milliarden Kronen auf die experimentelle Abnehmpille Monlunabant. Novo Nordisk hatte zuvor einen Entwicklungsfehlschlag für dieses Präparat bekannt gegeben, was den Aktienkurs zeitweise belastete.
Trotz dieser Sonderbelastungen zeigt sich das operative Geschäft robust. Der Hersteller des Abnehmmittels Wegovy profitiert weiterhin von der ungebrochenen Nachfrage nach Medikamenten gegen Adipositas. Der Markt für Abnehmpräparate wächst rasant – Analysten schätzen, dass er bis 2030 ein jährliches Volumen von über 100 Milliarden Dollar erreichen könnte.
Wettbewerb mit Eli Lilly
Novo Nordisk steht im direkten Wettbewerb mit dem US-Konzern Eli Lilly, der mit Präparaten wie Zepbound ebenfalls auf dem lukrativen Markt für Gewichtsreduktion vertreten ist. Beide Unternehmen investieren massiv in Forschung und Produktionskapazitäten, um Marktanteile zu sichern. Novo Nordisk setzt dabei auf eine breite Pipeline, die neben Wegovy auch orale Wirkstoffe umfasst.
Die Prognoseanhebung signalisiert das Vertrauen des Managements in die weitere Geschäftsentwicklung. „Wir sind mit der Entwicklung im ersten Halbjahr sehr zufrieden und sehen weiterhin starke Wachstumsimpulse“, wird Konzernchef Lars Fruergaard Jørgensen in einer Mitteilung zitiert. Die Nachfrage nach Wegovy und anderen Produkten übertreffe die Erwartungen.
Ausblick und Marktreaktion
An der Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Die Aktie von Novo Nordisk legte im frühen Handel zu. Analysten werteten die Ergebnisse als Beleg für die anhaltende Dominanz des Konzerns im Segment der Abnehmmedikamente. Die Anhebung der Jahresprognose dürfte zudem die Zuversicht in das Unternehmen stärken.
Insgesamt zeigt sich, dass Novo Nordisk trotz milliardenschwerer Abschreibungen auf die Pipeline operativ stark aufgestellt ist. Der Boom bei Abnehmmedikamenten hält an und beschert dem dänischen Konzern weiterhin hohe Zuwächse. Die Konkurrenz durch Eli Lilly bleibt jedoch intensiv, und die kommenden Monate werden zeigen, ob Novo Nordisk seine Marktführerschaft behaupten kann.



