Landwirt löscht Brände mit Güllefass: „Unsere Fässer sind deutlich größer“
Landwirt löscht Brände mit Güllefass

Wenn in der Pfalz ein Feld oder Wald brennt, rückt nicht nur die Feuerwehr aus, sondern auch Landwirt Mathias Lichti – mit seinem Güllefass. Der 27-Jährige arbeitet auf dem Hof seiner Eltern in Neustadt an der Weinstraße und ist zugleich Feuerwehrmann. Bei Bränden nutzt er seine landwirtschaftlichen Fahrzeuge, um Wasser zu transportieren und zu löschen. „Unsere Fässer sind deutlich größer als die der Feuerwehr“, sagt Lichti. Das mache sie zu einer wertvollen Ergänzung im Löschangriff.

Größere Kapazität für effektiveren Löschangriff

Ein herkömmliches Güllefass fasst je nach Modell zwischen 5.000 und 12.000 Litern Wasser. Die Feuerwehrfahrzeuge in der Region haben dagegen oft nur 1.000 bis 2.000 Liter an Bord. Damit können Landwirte wie Lichti bei großen Flächenbränden schnell viel Wasser an die Einsatzstelle bringen. „Wir können in kurzer Zeit eine große Wassermenge bereitstellen, das ist gerade bei ausgedehnten Vegetationsbränden entscheidend“, erklärt der junge Landwirt.

Lichti ist seit mehreren Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Dass er auch privat mit dem Güllefass ausrückt, kam erstmals bei einem größeren Brand im vergangenen Jahr vor. Seitdem ist er fester Bestandteil der Löschkette in der Region. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr funktioniere reibungslos, betont er. „Wichtig ist, dass man seine eigenen Fahrzeuge gut kennt“, so Lichti. Nur so könne man im Ernstfall schnell und sicher reagieren.

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Vorteile und Grenzen der Landtechnik im Feuerwehreinsatz

Die Vorteile liegen auf der Hand: Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind geländegängig und können auch abseits befestigter Wege eingesetzt werden. Zudem sind sie oft mit Hochdruckpumpen ausgestattet, die sich zum Ablöschen eignen. Allerdings gibt es auch Grenzen: Die Fahrzeuge sind nicht für den Straßenverkehr mit Sonderrechten ausgestattet, und die Besatzung muss im Umgang mit der Technik geschult sein. Lichti hat daher eine spezielle Zusatzausbildung absolviert.

Die Feuerwehr Neustadt bestätigt den Nutzen der Kooperation. „Durch die Unterstützung der Landwirte können wir unsere Löschwasserreserven erheblich erhöhen“, sagt ein Sprecher. Gerade in Trockenperioden, wenn die Waldbrandgefahr steigt, sei man auf jede Hilfe angewiesen. Auch andere Landwirte in der Region haben sich inzwischen bereit erklärt, ihre Fässer zur Verfügung zu stellen.

Einsatz bei Vegetationsbränden nimmt zu

Die Zahl der Vegetationsbrände hat in den letzten Jahren zugenommen. Laut Deutschem Wetterdienst steigt die Waldbrandgefahr durch den Klimawandel. Landwirte können hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie ihre Technik und ihr Wissen einbringen. Lichti appelliert an seine Kollegen: „Jeder Landwirt sollte überlegen, ob er im Ernstfall helfen kann. Die Ausrüstung ist da, man muss nur wissen, wie man sie richtig einsetzt.“

Der 27-Jährige hofft, dass die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Feuerwehr weiter ausgebaut wird. Regelmäßige gemeinsame Übungen könnten die Abläufe verbessern und Hemmschwellen abbauen. „Wir sind keine Konkurrenz, sondern Ergänzung“, sagt er. Die nächste Übung ist bereits geplant.

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