Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat die Abwehrstrategie ihres Hauses im Übernahmekampf mit der italienischen Unicredit als erfolgreich verteidigt. „Als wir im September 2024 gestartet sind, war der Aktienkurs noch nicht da, wo er sein sollte. Wir haben seither eingelöst, was wir dem Markt und den Investoren versprochen haben“, sagte Orlopp der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Die Commerzbank habe ein Rekordjahr 2025 hinter sich und sehr ambitionierte Ziele für 2026 und die Folgejahre. Der Aktienkurs habe sich seit Februar 2025 verdoppelt.
Unicredit verfehlt knapp die Mehrheit
Die Unicredit hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sie sich mit ihrem Übernahmeangebot inklusive Finanzinstrumenten mehr als 47 Prozent an der Commerzbank gesichert hat. Damit verfehlte sie knapp die absolute Mehrheit. Die Italiener betonten, sie seien an konstruktiven Gesprächen mit allen Interessengruppen interessiert. Der Bund als Commerzbank-Großaktionär bezeichnete das Vorgehen der Unicredit hingegen als „inakzeptabel“.
Orlopp: Keine kurzfristigen Änderungen
„Im Moment ändert sich kurzfristig nichts, weil die Stimmrechte erst dann faktisch zur Verfügung stehen, sobald die Genehmigung der EZB vorliegt“, sagte Orlopp. „Und von einer qualifizierten Hauptversammlungsmehrheit, nämlich 75 Prozent, ist Unicredit noch ein Stück weit entfernt.“ Die Unicredit brauche für eine vollständige Integration mehr als die Kontrolle. „Solange es keinen Beherrschungsvertrag, keine Verschmelzung, keinen Squeeze-out gibt, muss ich unabhängig agieren, weil es Minderheitsaktionäre gibt, die ich schützen muss.“
Commerzbank hat geliefert
Die Commerzbank habe bewiesen, dass sie liefere. „Ein Mehrwert kommt nur durch eine Integration und Synergien. Dazu brauche ich zwingend eine sinnvolle Einigung über das Geschäftsmodell, die Unterstützung des Managements, des Aufsichtsrats, der Arbeitnehmervertreter und auch vom zweitgrößten Aktionär, dem Bund.“



