Der Sportwagenbauer Porsche steigt vollständig aus der französischen Luxusmarke Bugatti aus. Bereits im Jahr 2021 hatte die Porsche-Muttergesellschaft Volkswagen die Mehrheitsbeteiligung an Bugatti veräußert. Nun folgt der endgültige Abschied: Porsche verkauft seine verbliebenen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac sowie an der Rimac Group.
Konsortium unter Führung von HOF Capital
Ein Konsortium unter der Leitung der in New York ansässigen Investmentfirma HOF Capital wird die Anteile übernehmen. Hinter HOF Capital steht die ägyptische Milliardärsfamilie Sawiris, die unter anderem zu den größten Aktionären des Sportartikelherstellers Adidas zählt. Das Familienoberhaupt Nassef Sawiris soll im Mai den Vorsitz des Aufsichtsrats bei Adidas übernehmen.
Der Verkauf ist jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Die behördliche Genehmigung steht noch aus, wird aber im Laufe dieses Jahres erwartet. Ein Porsche-Sprecher erklärte, über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
Konzentration auf das Kerngeschäft
Nach dem Abschluss der Transaktion wird der kroatische Partner Rimac die Kontrolle über Bugatti Rimac übernehmen. Rimac wird gemeinsam mit dem Co-Investor BlueFive Capital und HOF Capital eine strategische Kooperation bilden. Der kroatische Unternehmer Mate Rimac wird neben HOF Capital der größte Gesellschafter der Gruppe sein.
Porsche-Chef Michael Leiters betonte, dass der Verkauf die strategische Ausrichtung des Unternehmens unterstreiche: „Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren.“ Porsche habe als Frühphaseninvestor einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung von Rimac zu einem etablierten Automobilhersteller geleistet.
Hintergrund der Partnerschaft
Porsche und Rimac hatten im Jahr 2021 das Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac gegründet, um sogenannte Hypercars unter den beiden Marken zu produzieren. Porsche hielt zuletzt 45 Prozent der Anteile an Bugatti Rimac. Volkswagen hatte sich Bugatti bereits 1998 einverleibt. Insbesondere der frühere Vorstands- und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte in seinen Amtszeiten auf eine immer größere Markensammlung gesetzt.
Mit dem Verkauf der letzten Anteile endet nun die Ära von Porsche bei Bugatti endgültig. Die Transaktion steht symbolisch für den Fokus des Sportwagenherstellers auf sein Kerngeschäft und die Abkehr von prestigeträchtigen, aber nicht strategisch zentralen Beteiligungen.



