Puma stürzt in tiefste Verlustzone: Historischer Rückschlag für Sportartikelhersteller
Der Sportartikelhersteller Puma hat im vergangenen Jahr den größten Verlust seiner fast 80-jährigen Firmengeschichte erlitten. Unter dem Strich verzeichnete das Unternehmen einen dramatischen Fehlbetrag in Höhe von 643,6 Millionen Euro. Dieser massive Verlust steht in krassem Gegensatz zum Vorjahresgewinn von 280,7 Millionen Euro und markiert einen tiefen Einschnitt in der Unternehmenshistorie.
2025 als "Reset-Jahr": Strukturwandel mit weitreichenden Folgen
Vorstandschef Arthur Hoeld bezeichnete das Jahr 2025 als ein "Reset-Jahr" für Puma. Nach der Übernahme des Chefpostens von Arne Freundt im vergangenen Jahr initiierte Hoeld ein striktes Restrukturierungsprogramm, das den Abbau immenser Produkt-Überkapazitäten vorsieht. Das Unternehmen hatte zuletzt erhebliche Schwierigkeiten, da seine Produkte von Händlern zu Niedrigpreisen verramscht wurden.
Die Restrukturierungsmaßnahmen umfassen mehrere zentrale Punkte:
- Konzentration auf Kernsportarten und Reduzierung des Produktsortiments
- Abbau von Lagerbeständen ohne Zerstörung produzierter Artikel
- Schließung unrentabler Läden und Stellenstreichungen
- Ausbau des Direktgeschäfts mit Konsumenten
Die verbleibenden Überbestände sollen in eigenen Factory Outlets und über ausgewählte Partner vertrieben werden. "Das wird uns bis zum Jahresende beschäftigen", erklärte Hoeld. Von bestimmten Vertriebspartnern habe man sich bereits getrennt.
Branchenranking im Wandel: Puma verliert Positionen
Perspektivisch strebt Puma an, wieder die Nummer drei der Sportartikel-Welt hinter dem US-Branchenführer Nike und dem fränkischen Lokalrivalen Adidas zu werden. Derzeit ist die Marke mit der Raubkatze im Logo im Branchenranking jedoch abgerutscht und wurde von Konkurrenten wie Skechers aus den USA oder dem eigenen neuen Großaktionär Anta Sports überholt.
"Unser Ziel ist es, Puma als eine Top-3 Sportmarke weltweit zu etablieren, wieder über dem Branchendurchschnitt zu wachsen und mittelfristig gesunde Gewinne zu erzielen", betonte Hoeld nachdrücklich. Dieser Weg wird jedoch Geduld erfordern, denn auch für das laufende Jahr 2026 prognostiziert das Unternehmen weiterhin Verluste. Erst 2027 soll die Rückkehr zu Wachstum gelingen.
Finanzielle Einbrüche und Aktionärskonsequenzen
Der Umsatz von Puma brach im vergangenen Jahr um 13,1 Prozent auf knapp 7,3 Milliarden Euro ein. Diese dramatische Entwicklung spiegelt sich auch an der Börse wider: Die Puma-Aktie verlor im vergangenen Jahr erheblich an Wert. Als direkte Konsequenz des Verlustjahres 2025 erhalten die Aktionäre keine Dividende.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor stellt die Übernahme eines Aktienpakets in Höhe von rund 29 Prozent durch den chinesischen Sportartikel-Riesen Anta Sports dar. Anta, der bereits Marken wie Jack Wolfskin, Arcterix und Wilson kontrolliert, wird nach Einschätzung von Hoeld zunächst das ohnehin stark rückläufige China-Geschäft belasten. Erst mittel- und langfristig könnte diese Übernahme Puma auf dem wichtigen chinesischen Markt helfen.
Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach steht damit vor einer der größten Herausforderungen seiner Unternehmensgeschichte. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der eingeschlagene Restrukturierungskurs Früchte trägt und Puma tatsächlich wieder zu alter Stärke zurückfinden kann.



