Ransomware-Erpressung: Wie Firmen mit Cyberkriminellen verhandeln sollten
Ransomware-Erpressung: Firmen im Krisenmodus

Ransomware, also Erpressersoftware, gilt längst als eines der größten Geschäftsrisiken – nicht nur für Konzerne, sondern gerade auch für den deutschen Mittelstand. 2025 wurden laut dem Bundesinnenministerium 1041 Ransomware-Angriffe angezeigt, ein Plus von zehn Prozent zum Vorjahr. Bei einer Ransomware-Attacke verschlüsseln Kriminelle komplette IT-Systeme und erpressen Lösegeld – meistens in Form von Bitcoin und häufig verbunden mit der Drohung, zuvor gestohlene Daten zu veröffentlichen.

Wie Unternehmen sich gegen Erpresser wehren können

Wie können Unternehmen sich dagegen wehren? Wie können sie in dieser Lage wieder die Kontrolle gewinnen? Und welche Fehler sind in den ersten Stunden besonders teuer? Das erklären die Krisenverhandler Michael Sjøberg, früher beim dänischen Militär auf Geiselnahmen spezialisiert, und Peter Skovbo, der das von Sjøberg gegründete Beratungsunternehmen Delta Crisis in der Schweiz führt, im Interview.

Herr Sjøberg, wenn ein Unternehmen Sie während eines Cyberangriffs anruft – was ist dann typischerweise schon schiefgelaufen? „Oft haben die Firmen in den ersten Stunden kopflos reagiert“, sagt Sjøberg. „Sie haben vielleicht versucht, die Systeme selbst zurückzusetzen, ohne forensische Sicherungen zu machen, oder sie haben die Polizei eingeschaltet, ohne die Kommunikation mit den Erpressern zu koordinieren.“

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Die ersten Stunden sind entscheidend

Peter Skovbo ergänzt: „Viele Unternehmen unterschätzen, dass Cyberkriminalität immer das ganze Unternehmen betrifft. Es reicht nicht, nur die IT-Abteilung zu alarmieren. Die Geschäftsführung muss sofort einen Krisenstab einberufen, der auch externe Experten wie Rechtsanwälte, Versicherer und Verhandler einbezieht.“

Laut Skovbo ist ein häufiger Fehler, dass Unternehmen zu früh in Panik verfallen und entweder sofort zahlen oder gar nicht reagieren. „Beides ist falsch. Man muss eine Strategie haben, die auf einer gründlichen Analyse der Lage basiert.“

Verhandeln mit Ransomware-Erpressern

Die Experten betonen, dass Verhandlungen mit Erpressern nicht einfach sind. „Es geht nicht darum, das Lösegeld zu drücken, sondern darum, Zeit zu gewinnen und die Kontrolle zurückzuerlangen“, sagt Sjøberg. „Wir raten Unternehmen, niemals direkt zu zahlen, sondern immer über professionelle Vermittler zu gehen.“

Ein weiterer wichtiger Punkt: Unternehmen sollten sich nicht nur auf technische Schutzmaßnahmen verlassen. „Die beste Verteidigung ist eine gute Vorbereitung“, so Skovbo. „Dazu gehören regelmäßige Backups, ein Notfallplan und Schulungen für Mitarbeiter.“

Prävention als Schlüssel

Abschließend empfehlen die Experten, dass Unternehmen proaktiv handeln. „Warten Sie nicht, bis der Angriff passiert. Investieren Sie jetzt in IT-Sicherheit und Krisenmanagement“, sagt Sjøberg. „Denn wenn die Erpresser erst einmal im System sind, ist es oft zu spät.“

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