Rheinmetall: 350.000 Bewerbungen in einem Jahr – Rekordwachstum
Rheinmetall: 350.000 Bewerbungen im Jahr 2025

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall erlebt einen beispiellosen Bewerbungsboom. Wie Konzernchef Armin Papperger bei einer Veranstaltung des Clubs Hamburger Wirtschaftsjournalisten bekannt gab, gingen im vergangenen Jahr weltweit rund 350.000 Bewerbungen ein, davon allein 250.000 aus Deutschland. Dies markiert einen deutlichen Wandel im Vergleich zu früheren Jahrzehnten, als das Unternehmen mit einem schwierigen Image zu kämpfen hatte. Papperger berichtete sogar von Menschen, die bei ihm zu Hause klingelten, um ihre Arbeitsbereitschaft zu bekunden. Aktuell beschäftigt der Konzern etwa 44.000 Mitarbeiter.

Wachstumskurs und Umsatzprognose

Rheinmetall hat im Jahr 2025 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zweistellige Zuwächse verzeichnet. Angetrieben durch die globalen Krisen erwartet das Unternehmen auch für das laufende Jahr florierende Geschäfte. Die Wachstumsrate lag zuletzt bei 30 bis 50 Prozent pro Jahr, für 2026 prognostiziert Papperger ein Plus von rund 40 Prozent. Der erwartete Umsatz beläuft sich auf 14 bis 15 Milliarden Euro. 65 Prozent der Produkte werden exportiert, vorwiegend in andere Nato-Staaten.

Zulieferer und Arbeitsmarkt

Der Konzern arbeitet mit etwa 11.500 deutschen Zulieferern zusammen, von denen rund 4500 aus der Automobilindustrie stammen. Papperger skizzierte eine ambitionierte Vision: Bis 2030 soll die Belegschaft auf bis zu 70.000 Mitarbeiter anwachsen, weitere rund 210.000 Arbeitsplätze in der Lieferkette hinzukommen. Dies entspräche etwa einem Drittel der gesamten Autoindustrie. „Das zeigt, welche Dimensionen wir erreichen“, so der Rheinmetall-Chef.

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Produktionskapazitäten massiv ausgebaut

Die Produktionskapazitäten wurden deutlich erhöht: Bei Militärlastwagen stieg die jährliche Stückzahl von 600 auf 4500, bei Mittelkalibermunition von rund 800.000 auf über vier Millionen Schuss und bei Artilleriemunition von 70.000 auf 1,1 Millionen Schuss. Deutschland verfüge inzwischen bei konventioneller Munition über mehr Produktionskapazitäten als die USA, betonte Papperger.

Zukunftsaussichten und Risiken

Erst zwischen 2035 und 2040 rechnet Papperger mit einem Abflauen der stark steigenden Umsätze und Aufträge. Sofern es keine militärische Auseinandersetzung auf deutschem Boden gebe, werde dann der Zenit überschritten. „Sind die Rüstungsvorhaben abgearbeitet und funktioniert die Abschreckung wie geplant, wird es zu Überkapazitäten kommen“, erklärte der BDSV-Präsident. Dann seien die Regierungen gefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Papperger hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, als er ukrainische Drohnenhersteller als „Hausfrauen“ bezeichnete. Der Konzern bleibt trotz aller Kontroversen auf Expansionskurs und sieht sich als zentralen Pfeiler der deutschen und europäischen Sicherheitsindustrie.

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