SPIEGEL+ Paywall: Artikel nach 30 Tagen oder 10 Aufrufen gesperrt
SPIEGEL+ Paywall: Artikel nach 30 Tagen oder 10 Aufrufen gesperrt (22.06.2026)

Der Nachrichtenspiegel hat ein neues Zugangsmodell für seine digitalen Inhalte eingeführt. Artikel, die älter als 30 Tage sind oder bereits zehnmal geöffnet wurden, werden automatisch gesperrt. Statt des vollständigen Textes erscheint dann nur noch eine Paywall mit der Aufforderung, ein SPIEGEL+ Abo abzuschließen. Diese Maßnahme betrifft sowohl die Website als auch die mobile App.

Hintergrund des neuen Modells

Laut SPIEGEL dient die Sperrung dazu, die Qualität des Journalismus zu sichern und die Arbeit der Redaktion zu finanzieren. Die kostenlose Nutzung bleibt auf maximal zehn Aufrufe pro Artikel oder 30 Tage nach Veröffentlichung beschränkt. Danach müssen Leser ein Digital-Abo abschließen, um weiterhin auf die Inhalte zugreifen zu können.

Die Paywall bietet verschiedene Optionen: Neukunden können ein Probeabo für 1 Euro in den ersten vier Wochen abschließen, danach kostet es 5,99 Euro pro Woche. Alternativ gibt es ein Jahresabo mit 25 Prozent Rabatt für 4,49 Euro pro Woche. Bestehende Print-Abonnenten erhalten einen rabattierten Digitalzugang.

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Technische Umsetzung und Nutzerfeedback

Die Sperrung wird automatisch durch ein KI-System gesteuert, das die Zugriffe zählt. Nutzer, die auf einen gesperrten Artikel zugreifen möchten, sehen eine Meldung: „Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.“ Zudem gibt es die Möglichkeit, die Zusammenfassung des Artikels zu bewerten.

Ein Sprecher des SPIEGEL erklärte: „Unser Ziel ist es, hochwertigen Journalismus zu bieten, der durch Abonnements finanziert wird. Die Beschränkung auf zehn Aufrufe oder 30 Tage ist ein fairer Kompromiss zwischen freiem Zugang und der Notwendigkeit, unsere Arbeit zu refinanzieren.“

Auswirkungen auf die Leserschaft

Die neue Regelung betrifft insbesondere Gelegenheitsleser, die Artikel über soziale Medien oder Suchmaschinen finden. Langfristig erhofft sich der SPIEGEL eine höhere Konversionsrate von kostenlosen zu zahlenden Nutzern. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Sperrung nach zehn Aufrufen zu restriktiv sei und die Verbreitung von Inhalten behindere.

Das Modell ähnelt dem anderer deutscher Medienhäuser wie der Zeit oder der FAZ, die ebenfalls Paywalls mit zeitlichen oder nutzungsbasierten Beschränkungen einsetzen. Der SPIEGEL geht mit der Kombination aus Zeit- und Aufrufbegrenzung jedoch einen Schritt weiter.

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