Trump-Zölle treffen deutsche Winzer: Exporte in die USA brechen um elf Prozent ein
Trump-Zölle: Deutsche Weinexporte in USA brechen ein

Deutsche Winzer in der Zwickmühle: US-Zölle und sinkender Inlandskonsum

Die deutsche Weinbranche steckt in einer tiefen Krise. Wie auf der Weinmesse in Düsseldorf bekannt wurde, sind die Exporte deutscher Weine in die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr um elf Prozent eingebrochen. Konkret sank die exportierte Menge auf nur noch 118.000 Hektoliter. Verantwortlich dafür sind die von der Trump-Administration verhängten Strafzölle auf europäische Weinimporte.

Doppelter Schlag für die Branche

Die Probleme der deutschen Winzer sind vielschichtig. Neben den exportfeindlichen Maßnahmen aus Übersee kämpft die Branche mit einem stetig sinkenden Weinkonsum im eigenen Land. Laut aktuellen Daten des Deutschen Weininstituts trank jeder Bundesbürger ab 16 Jahren im vergangenen Jahr durchschnittlich 0,7 Liter weniger Wein als noch im Vorjahr. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank damit auf 21,5 Liter – das entspricht etwa einer Flasche Wein weniger pro Person.

Erschwerend kommt hinzu: Mehr als die Hälfte aller in deutschen Supermärkten verkauften Weinflaschen stammt mittlerweile aus dem Ausland. Der durchschnittliche Preis für eine importierte Flasche liegt bei nur 2,73 Euro – ein Niveau, von dem kein deutscher Winzer leben kann.

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Trump-Zölle verhageln die Exportstatistik

Seit Frühjahr 2025 gelten für europäische Weinimporte in die USA zunächst 20 Prozent Zoll, seit August wurden diese auf 15 Prozent gesenkt. Um ihre Produkte auf dem wichtigen US-Markt dennoch konkurrenzfähig zu halten, mussten deutsche Winzer erhebliche Preisnachlässe gewähren.

„Donald Trump hat uns die Exportstatistik verhagelt“, bringt es Steffen Schindler, Marketingexperte des Deutschen Weininstituts, auf den Punkt. Der durchschnittliche Ausfuhrwert pro Liter sank um 41 Cent auf nur noch 4,43 Euro. Diese Entwicklung trifft die ohnehin schon angeschlagene Branche besonders hart.

Existenzängste und strukturelle Probleme

Der Deutsche Bauernverband spricht bereits von einer „historischen Krise“. Viele Winzer bangen um ihre wirtschaftliche Existenz. Steigende Produktionskosten, sinkende Nachfrage im In- und Ausland sowie ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung, das zu einem Rückgang des Alkoholkonsums führt, setzen die Branche unter enormen Druck.

Die Situation ist besonders prekär, weil sich kurzfristig kaum Besserung abzeichnet. Die politischen Rahmenbedingungen in den USA bleiben unberechenbar, während gleichzeitig der Trend zu weniger Alkohol in Deutschland anhält.

Appell an die Verbraucher

Was kann getan werden, um die heimischen Winzer zu unterstützen? Die Lösung liegt paradoxerweise im eigenen Land: Wer es sich finanziell leisten kann, sollte bewusst zu deutschen Weinen greifen. Ob Riesling, Trollinger oder Grauburgunder – Hauptsache, der Wein stammt aus deutschem Anbau.

Eine stärkere Nachfrage im Inland würde die Abhängigkeit von den volatilen Exportmärkten reduzieren und den Winzern mehr Planungssicherheit geben. Vielleicht würde sogar Donald Trump diese Entwicklung registrieren und seine umstrittene Zollpolitik überdenken. Bis dahin bleibt den deutschen Winzern nur, auf die Solidarität ihrer Landsleute zu hoffen.

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