UVB warnt vor Entlastungsprämie: Betriebe in Berlin-Brandenburg haben kaum Spielraum
Angesichts der anhaltend hohen Spritkosten plant die Bundesregierung eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie für Beschäftigte, die von den Unternehmen gezahlt werden soll. Doch in der Hauptstadtregion sollten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht zu große Hoffnungen machen, wie der Unternehmensverband Berlin-Brandenburg (UVB) deutlich macht.
Kritik vom Unternehmensverband
UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp äußert sich äußerst kritisch zu den Plänen der Regierung. „Viele Betriebe, vor allem aus dem Mittelstand, dürften keinen Spielraum für solche Zahlungen haben“, erklärt Schirp auf Anfrage. Die geplante Prämie in Höhe von bis zu 1.000 Euro pro Beschäftigtem stelle viele Unternehmen vor unlösbare finanzielle Herausforderungen.
Der Verband geht konkret davon aus, dass deutlich weniger Unternehmen von diesem Instrument Gebrauch machen werden als noch im Jahr 2022. Damals hatte die Bundesregierung als Reaktion auf die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Kriegs in der Ukraine eine ähnliche Maßnahme eingeführt.
Verantwortung wird auf Wirtschaft abgewälzt
Schirp betont, dass der aktuelle Plan der Regierung für eine neuerliche Entlastungsprämie fast ausschließlich zu Lasten der Wirtschaft gehe. „Statt den Unternehmen die Verantwortung zuzuschieben und bei den Beschäftigten nicht erfüllbare Erwartungen zu wecken, sollte die Politik in ihrem Bereich für Entlastung sorgen“, fordert der UVB-Hauptgeschäftsführer.
Als dringend notwendige Maßnahmen nennt Schirp:
- Entlastungen bei Steuern
- Reduzierung der Lohnzusatzkosten
- Direkte Unterstützung durch staatliche Maßnahmen
Realistische Erwartungen notwendig
Die Situation vieler Unternehmen in Berlin und Brandenburg sei angespannt, sodass zusätzliche finanzielle Belastungen durch die Entlastungsprämie kaum zu stemmen seien. „Wir gehen nicht davon aus, dass eine große Zahl von Unternehmen von diesem Instrument Gebrauch machen wird“, stellt Schirp klar. Dies gelte insbesondere für den Mittelstand, der bereits mit verschiedenen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sei.
Die Diskussion um die Spritpreis-Entlastung zeigt einmal mehr, wie komplex die Abwägung zwischen Verbraucherentlastung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit ist. Während die Politik schnelle Lösungen sucht, müssen die Unternehmen die praktische Umsetzbarkeit bewerten – und kommen dabei oft an ihre Grenzen.



