VOR-Sneakers: Vom Skatepark zur Münchner Design-Marke
VOR-Sneakers: Münchner Skater gründen Design-Marke

VOR-Sneakers: Vom Skatepark zur Münchner Design-Marke

Zwei Münchner Skater, Jörg Rohwer-Kahlmann und Andreas Klingseisen, tauschten den Skatepark gegen die Modewelt und gründeten ihre eigene Sneaker-Marke VOR in der Altstadt. Ihre Geschichte reicht von Michael Schumachers Rennschuh bis zu puristischen Sneakers ab 250 Euro und erzählt von Freundschaft, Design und lokalem Unternehmergeist.

Die Anfänge: Skateboarding und Sneaker-Leidenschaft

Jörg Rohwer-Kahlmann und Andreas Klingseisen kommen aus Heimstetten und Kirchheim. Sie fuhren früher extra nach München, in den damals einzigen Skatepark der Region im Arabellapark. Als Designer erfand Rohwer-Kahlmann später den Rennschuh von Michael Schumacher. Heute haben sie ihren eigenen Laden in der Altstadt, wo sie ihre Turnschuhe verkaufen.

Gute Schuhe waren schon immer wichtig zum Skaten, oder? Andreas Klingseisen betont: "Sie müssen definitiv gut aussehen!" Jörg Rohwer-Kahlmann fügt hinzu: "Der Style war wichtiger. In Deutschland gab es damals kaum Baggy-Pants. Wir kauften uns Hosen in Oversize und tauchten sie in coole Farben."

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Inspiration und erste Schritte

Ohne Internet und Social Media holten sie sich Inspiration von Plattencovern, Skateheften, Skatevideos und Musikvideos. Klingseisen erklärt: "Wir haben unsere Schuhe gepimpt. Mit Chucks konnte man gut skaten. Aber die gingen schnell kaputt. Also nahmen wir stilistische Änderungen vor, damit sie länger halten." Basketball beeinflusste sie ebenfalls, da die Spieler die coolsten Schuhe trugen.

Nach dem Abitur bezogen sie eine gemeinsame WG. Klingseisen entwickelte ein Faible für komplett weiße, saubere Schuhe, ein Stil, der bis heute bei VOR sichtbar ist: einfarbig, schlicht und ohne Logo. In ihrer WG sammelten sie um die 400 Paar Sneakers.

Gründung der Marke VOR

Rohwer-Kahlmann arbeitete sieben Jahre als Produktdesigner bei Puma und entwarf den erfolgreichen Future Cat, den Michael Schumacher trug. 2009 reifte die Idee für eine eigene Marke. Klingseisen sagt: "Wir sind beste Freunde, seit wir 15 sind. Wenn nicht jetzt, wann dann?" Sie wollten einen puristischen, reduzierten Stil ohne Logo, trotz Warnungen aus ihrem Umfeld.

Der erste Prototyp ließ sie weinen, aber sie gaben nicht auf. Rohwer-Kahlmann nutzte seine Kontakte nach Asien, und nach mühsamen Prozessen starteten sie. Seit 2018 haben sie einen Laden in der Utzschneiderstraße, ursprünglich als Designstudio geplant, aber schnell zum Store erweitert.

Produktion und Wachstum

Anfangs produzierten sie in Vietnam, wechselten dann nach Pirmasens und seit etwa drei Jahren in Portugal, wo Sneaker-Herstellung State of the Art ist. Rohwer-Kahlmann erklärt: "Im Grunde haben wir die Firma schon drei Mal neu gegründet, weil es knapp wurde." Sie verkaufen unter 10.000 Paar pro Jahr, mit Preisen von 250 bis 400 Euro.

Erfolge und Zukunft

Bei der Fashion Week in Mailand war ihr Auftritt ein Highlight, sogar Christy Turlington zeigte Interesse. Sie haben acht Modelle, bald neun, eingeteilt in Generationen. Kooperationen wie mit Lodenfrey und ihrem Chrom-Schuh bleiben lokal. Klingseisen betont: "Wir wollen weiter selbstbestimmt sein und die Marke nicht in drei Jahren zum Verkauf stellen." Ihr Motto: Lieber langsam wachsen, statt plötzlich groß zu werden.

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