ADAC kritisiert: Spritpreise sinken zu langsam trotz Ölpreisrutsch
ADAC: Spritpreise sinken zu langsam trotz Ölpreisrutsch

Der Ölpreis ist am Montagmorgen zeitweise um mehr als sieben Prozent auf rund 81,50 Dollar pro Barrel der Nordseesorte Brent gefallen. Doch an den Zapfsäulen in Deutschland kommt diese Entlastung bislang kaum an. Der ADAC kritisiert, dass die Kraftstoffpreise zu verhalten auf den Ölpreisrückgang reagieren und fordert eine schnellere Weitergabe der gesunkenen Beschaffungskosten.

Preise an Tankstellen steigen sogar

Kurz vor 12 Uhr kostete E10 im bundesweiten Schnitt 2,10 Euro, Diesel 2,18 Euro. Mit der täglichen 12-Uhr-Erhöhung sprang E10 binnen 20 Minuten auf 2,29 Euro, Diesel auf 2,37 Euro. Super E5 verteuerte sich von 2,16 auf 2,34 Euro. Eine Tankfüllung von 50 Litern kostete damit plötzlich bis zu 9,50 Euro mehr – ausgerechnet an einem Tag, an dem Rohöl deutlich billiger wird.

ADAC: Preise nicht angemessen

„Aus Sicht des ADAC reagieren die Kraftstoffpreise bislang zu verhalten auf den Rückgang des Ölpreises“, erklärte der Autoclub gegenüber BILD. Verbraucher dürften erwarten, dass niedrigere Beschaffungskosten zeitnah an den Tankstellen ankommen. Die aktuellen Preise seien nicht angemessen und bewegten sich seit einigen Monaten auf einem zu hohen Niveau. Die Entwicklung von Ölpreis und Wechselkurs spreche grundsätzlich für „deutlich niedrigere Kraftstoffpreise“. Bleibt Rohöl auf dem aktuellen Niveau, sieht der ADAC „weiteren spürbaren Spielraum für Preissenkungen“.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten

Der Ölpreis fällt, nachdem US-Präsident Donald Trump (80) neue Gespräche mit dem Iran angekündigt und einen geplanten Militärschlag abgesagt hat. Händler hoffen deshalb auf Entspannung und darauf, dass die Straße von Hormus wieder offen ist. Auch die Opec+ könnte den Preis drücken: Das Bündnis großer Förderländer hob sein Förderlimit für September um täglich 188.000 Barrel an. Mehr Öl auf dem Weltmarkt kann die Preise senken, ob die zusätzliche Menge tatsächlich gefördert und ausgeliefert wird, ist aber offen.

Juli war teuer für Autofahrer

Für Autofahrer war der Juli teuer: E10 verteuerte sich gegenüber Juni um rund 23 Cent, Diesel sogar um rund 28 Cent. Rund 17 Cent davon gehen auf das Ende des Tankrabatts zurück. Nun fällt der Ölpreis kräftig. Ob auch die niedrigeren Kosten schnell an der Zapfsäule ankommen, ist offen. Der ADAC warnt: „Leider zeigt die Erfahrung, dass die Preise an den Tankstellen häufig schneller steigen, als sie anschließend wieder sinken.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration