Ein Bündnis aus rund 40 Organisationen fordert, dass E-Scooter in Berlin ab April 2027 nur noch an festen Stationen abgestellt werden dürfen. Die aktuellen Sondernutzungserlaubnisse für den Verleih auf öffentlichen Straßen laufen Ende März 2027 aus, sagte Roland Stimpel vom Fachverband Fußverkehr Deutschland bei einer Pressekonferenz.
Kein Verbot, aber klare Regeln
„Wir wollen dann nicht E-Scooter verbieten“, betonte Stimpel. Der nächste Senat solle jedoch festschreiben, dass die Roller nur noch an festen Stationen angeboten und abgestellt werden dürfen. Derzeit gebe es davon etwa 100.
Nicht nur für Blinde stellten die Roller eine Gefahr und ein Ärgernis dar, auch Senioren, gehbehinderte Menschen, Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen seien betroffen, sagte Bedia Kunz, stellvertretende Vorsitzende des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin. „Es behindert mich jeden Tag, es gibt keinen Tag, an dem ich keinem Scooter begegne“, so Kunz. Zweimal sei sie schlimm gestürzt. Der Teil der Bevölkerung, der durch die herumliegenden Roller behindert werde, sei viel größer als der Teil, der die Geräte wirklich nutze.
Senatsplan bis 2035 zu spät
Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) stellte im Frühjahr eine Sharing-Strategie für das Jahr 2035 vor. Diese sieht bis dahin die Errichtung eines Netzes aus etwa 3.000 Mobilitätsstandorten in bestimmten Gebieten Berlins vor, in denen 80 Prozent der Berlinerinnen und Berliner wohnen. Der Strategie zufolge sollen für Leih-Fahrräder und E-Scooter nach und nach Parkverbotszonen eingerichtet werden.
Das Bündnis hält eine Umsetzung bis 2035 für zu spät. „Das geht einfach nicht, weil ich stolpere und stürze heute und nicht erst in zehn Jahren“, sagte Kunz.



