Frankreich verbietet soziale Medien für unter 15-Jährige ab September
Frankreich: Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Frankreich hat ein weitreichendes Social-Media-Verbot für Minderjährige unter 15 Jahren beschlossen. Ab dem 1. September dürfen junge Menschen soziale Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat nur noch mit Zustimmung der Eltern nutzen. Beide Parlamentskammern, die Nationalversammlung und der Senat, stimmten am Dienstag für das Gesetz, das den Jugendschutz stärken soll.

Hintergrund des Verbots

Die französische Regierung reagiert mit dem Verbot auf wachsende Bedenken hinsichtlich der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Studien zeigen, dass exzessive Social-Media-Nutzung zu Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und einem erhöhten Risiko für Depressionen führen kann. Laut einer Umfrage des französischen Instituts für öffentliche Meinung (IFOP) aus dem Jahr 2025 nutzen rund 78 Prozent der 12- bis 14-Jährigen in Frankreich regelmäßig soziale Netzwerke. Das neue Gesetz verpflichtet Plattformen, die Altersverifikation zu verbessern und bei Verstößen mit hohen Geldstrafen zu rechnen.

Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Bildungsminister Jean-Michel Blanquer begrüßte die Entscheidung: „Wir müssen unsere Kinder vor den Gefahren unkontrollierter digitaler Räume schützen. Dieses Gesetz ist ein wichtiger Schritt, um ihre Entwicklung zu sichern.“ Kritik kommt hingegen von Digitalverbänden. Die Organisation „La Quadrature du Net“ warnt vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit und technischen Umsetzungsproblemen. Auch die Plattformbetreiber sehen Herausforderungen: „Wir unterstützen den Jugendschutz, aber eine pauschale Altersgrenze ist nicht der richtige Weg“, erklärte ein Sprecher von Meta.

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Umsetzung und Strafen

Soziale Netzwerke müssen künftig sicherstellen, dass Nutzer unter 15 Jahren eine elterliche Einwilligung vorweisen. Tun sie dies nicht, drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro pro Verstoß. Zudem müssen die Plattformen innerhalb von 24 Stunden auf Aufforderung der Eltern Inhalte löschen, die die Privatsphäre des Kindes verletzen. Das Gesetz sieht außerdem eine Ausweitung der Altersverifikation auf andere Dienste wie Messaging-Apps vor.

Internationale Perspektive

Frankreich ist nicht das erste Land, das ein Social-Media-Verbot für Minderjährige einführt. In Großbritannien gilt seit 2024 der „Online Safety Act“, der Plattformen zur Alterskontrolle verpflichtet. Auch in Deutschland wird über ein ähnliches Gesetz diskutiert. Die EU-Kommission beobachtet die Entwicklung mit Interesse – im Rahmen des Digital Services Act könnten künftig europaweite Regelungen folgen.

Das Gesetz tritt am 1. September in Kraft. Die französische Datenschutzbehörde CNIL wird die Einhaltung überwachen. Eltern können ab sofort bei Verstößen Beschwerde einreichen.

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