Klaus Müller-Deisting, Spielerschutzbeauftragter bei Lotto Brandenburg, betont: „Niemand ist nach einmal spielen süchtig!“ Im Interview erläutert er, warum es den Spielerschutz gibt, wie Suchtgefahren früh erkannt werden und welche Hilfsangebote Betroffene und Angehörige nutzen können. Lotto Brandenburg setzt auf Prävention, Schulungen und enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen, um verantwortungsvolles Spielen zu fördern.
Warum gibt es einen Spielerschutzbeauftragten?
Lotto Brandenburg hat einen Spielerschutzbeauftragten, weil das Unternehmen das Wohl seiner Kunden ernst nimmt. „Die Brandenburger*innen sollen ein Glücksspiel erleben, das Spaß macht, sicher und fair ist“, sagt Müller-Deisting. In Deutschland erhalten nur Unternehmen mit Spielerschutzbeauftragten eine Glücksspiel-Lizenz. Daran erkennt man auch seriöse Anbieter, die Prävention und Erkennung von Spielsucht ernst nehmen.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Als Spielerschutzbeauftragter ist Müller-Deisting die Schnittstelle zwischen Lotto Brandenburg, den Spielerinnen und Spielern sowie den Aufsichtsbehörden. Zu seinen Aufgaben gehört die Überwachung der Werbung auf Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Zudem ist er dafür verantwortlich, dass alle Mitarbeitenden in der Lotto-Zentrale in Potsdam und in den rund 700 Brandenburger Lotto-Shops Spielerschutz-Schulungen absolvieren und regelmäßig auffrischen. Die Schulungen umfassen das Verstehen der Suchtproblematik, das frühzeitige Erkennen von Anzeichen und wirkungsvolles Reagieren. Er arbeitet auch eng mit einer wissenschaftlichen Einrichtung zusammen, um Hilfs- und Beratungsangebote zu verbessern. Nicht zuletzt ist er Ansprechpartner für Betroffene, Angehörige und Mitarbeitende in den Lotto-Shops bei Fragen oder Problemen im täglichen Geschäft.
Stadien der Spielsucht
Es gibt mehrere Stadien zwischen dem ersten Spiel und einem pathologischen Spielverhalten. „Niemand ist nach einmal spielen süchtig“, betont Müller-Deisting. Daher liegt ein Schwerpunkt der Schulungen auf Prävention. Die Mitarbeitenden lernen, auf welche Symptome sie achten müssen. Die Höhe des Einsatzes ist nicht das entscheidende Kriterium. Vielmehr sind eine länger anhaltende Steigerung der Spielhäufigkeit und der Einsätze Indizien für problematisches Spielverhalten. Oft gehen damit aggressiveres Verhalten oder eine negative Veränderung des Erscheinungsbildes einher.
Erkennungszeichen für Betroffene und Angehörige
Typische Anzeichen sind zunehmende Unzuverlässigkeit gegenüber dem sozialen Umfeld, Verlust von Zeit für Familie und Hobbys sowie verstärkte Geldbeschaffung. Auch Wesensveränderungen wie Nervosität, Gereiztheit oder Aggressivität können Hinweise sein. Müller-Deisting warnt jedoch vor vorschnellen Selbstdiagnosen: Diese Verhaltensweisen können auch andere Ursachen haben. Spielsucht ist eine Krankheit, die von fachlich geschultem Personal diagnostiziert werden muss.
Hilfsangebote von Lotto Brandenburg
Spielsucht ist behandelbar, und je früher, desto besser. Auf der Webseite von Lotto Brandenburg finden Betroffene Informationen zu Beratungs- und Hilfsangeboten, darunter eine anonyme Hotline, einen Antrag auf Spielersperre, einen Selbsttest und Empfehlungen für Angehörige und Freunde. Auch die geschulten Mitarbeitenden in den Brandenburger Lotto-Shops stehen für Auskünfte zur Verfügung. Der Ratgeber „Alles verzockt?“ enthält wichtige Informationen zum Spielerschutz inklusive Selbsttest und Hilfsangeboten.
Tipps für verantwortungsvolles Spielen
Um Glücksspiel als unterhaltsames Hobby zu behalten, sind ein bewusster und kontrollierter Umgang entscheidend. Müller-Deisting empfiehlt: Setzen Sie sich feste finanzielle und zeitliche Limits, spielen Sie nie, um Verluste auszugleichen, und nutzen Sie nur Geld, das für Vergnügen übrig ist. Die wichtigste Regel: Glücksspiel soll Spaß machen und Freude bereiten. Ab 18. Legaler Anbieter. Glücksspiel kann süchtig machen. Infos und Hilfe auf check-dein-spiel.de.



