Die Schäden durch Diebstahl im deutschen Einzelhandel haben 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI wurden Waren im Wert von mehr als 4,3 Milliarden Euro gestohlen – ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Schadenssumme steigt damit das vierte Mal in Folge.
Kundendiebstahl als größter Posten
Mit rund 3,05 Milliarden Euro entfiel der größte Teil auf Kundendiebstahl. Ein Drittel davon wird organisierten Tätergruppen zugeschrieben. Eigene Beschäftigte der Handelsunternehmen verursachten Schäden von 910 Millionen Euro, Personal von Lieferanten und Servicefirmen – etwa Handwerker und Reinigungskräfte – weitere 370 Millionen Euro.
Zwischen 2020 und 2025 sind die Schäden insgesamt um knapp 29 Prozent gestiegen, beim Kundendiebstahl sogar um gut 41 Prozent. Ein Teil des Anstiegs dürfte auf die hohe Inflation zurückzuführen sein: Die Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um mehr als 20 Prozent zu, die Preise für Lebensmittel um etwa 35 Prozent.
Verband fordert konsequente Verfolgung
Als größte Herausforderung bezeichnete EHI-Experte Frank Horst den Kampf gegen organisierten und gewerbsmäßigen Diebstahl. Auch die Zunahme beim „normalen“ Kundendiebstahl sei „besorgniserregend“. Der Handelsverband Deutschland forderte eine konsequentere Verfolgung von Ladendiebstahl und eine bessere Ausstattung von Strafverfolgungsbehörden und Gerichten. In der Vergangenheit hatten Verbände etwa gefordert, das Strafmündigkeitsalter zu senken – derzeit liegt es bei 14 Jahren –, um Banden daran zu hindern, gezielt Minderjährige einzusetzen.
Für die Studie befragte das EHI 103 Unternehmen mit insgesamt 21.225 Geschäften. Die Firmen schätzten, wie sich die Verluste auf Kunden, Mitarbeiter und andere Verursacher verteilen. Anschließend wurden die ermittelten Schäden auf den Gesamtmarkt hochgerechnet.



