In Südfrankreich sind Hunderte Hektar Land durch Waldbrände zerstört worden. Rund 2000 Feuerwehrleute kämpfen gegen mehrere Feuer, die durch ausgetrocknete Vegetation und starke Winde begünstigt werden. Mehrere Orte wurden evakuiert, Züge fielen aus.
Premierminister berichtet über Ausmaß der Brände
Allein am Mittwoch hätten bereits 1200 Hektar Land gebrannt, sagte Premierminister Sébastien Lecornu in Marseille. Die Brände seien etwa zwei bis drei Wochen früher als gewöhnlich im Jahr aufgetreten. Die Behörden melden Brände etwa bei Lançon, Narbonne und Oupia. Nördlich von Narbonne brannten bereits 900 Hektar Vegetation ab, das Feuer konnte bis zum Vormittag nicht eingedämmt werden.
Anwohner berichten von Evakuierungen
„Wir wurden gestern Nachmittag evakuiert und konnten die Flammen von der Straße aus sehen“, sagte eine Frau aus dem Ort Pouzols-Minervois. „Das Dorf war schwarz vor Rauch.“ Bislang wurde niemand verletzt, aber 600 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Mehrere Züge zwischen Marseille, Bordeaux und Avignon fielen aus.
Erschwerte Löscharbeiten durch Wetterbedingungen
Die von der jüngsten Hitzewelle bereits ausgetrocknete Vegetation und starke Winde mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde erschwerten die Löscharbeiten. Mehrere Straßen wurden gesperrt. Zudem wurden Notunterkünfte eingerichtet, falls weitere Orte evakuiert werden müssen. Nördlich der Hafenstadt Marseille brachen zwei weitere Waldbrände aus. In der Nähe von Rognac brannten 50 Hektar ab, der Brand ist inzwischen unter Kontrolle. In der Nähe von Lançon-Provence wurden bereits 260 Hektar durch Flammen zerstört. Dort waren weiterhin zwei Löschflugzeuge im Einsatz.
Premierminister gibt Gesamtbilanz bekannt
Premierminister Lecornu zufolge brachen seit Beginn der Saison rund 7000 Feuer aus, 8700 Hektar Land seien verbrannt. Genauer benannte der Premier den Zeitraum aber nicht. Allein am Mittwoch und Donnerstag seien circa 2000 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen. Die Lage sei angespannt.
Hitzewelle begünstigt Waldbrände
Frankreich durchlebte im Juni eine außergewöhnlich lange und intensive Hitzewelle. Seit einigen Tagen ist es wieder abgekühlt. Hitze allein löst zwar noch keine Waldbrände aus. Aber hohe Temperaturen, Trockenheit, geringe Luftfeuchtigkeit und Wind können das Risiko für Waldbrände steigern.



