Neue Betrugswelle mit Eurojackpot: Falsche Spielgemeinschaft fordert 79€ monatlich
Eine neue Betrugswelle mit gefälschten Eurojackpot-Briefen sorgt derzeit für erhebliche Verunsicherung bei Verbrauchern in ganz Deutschland. Die dubiose Tippgemeinschaft DerKundenClub verschickt professionell gestaltete Schreiben, in denen sie angeblichen Neumitgliedern die Teilnahme am Eurojackpot verspricht – und gleichzeitig den Einzug eines monatlichen Mitgliedsbeitrags von 79 Euro ankündigt.
Professionelle Briefe mit erschreckenden Details
Die Betrüger gehen mit bemerkenswerter Professionalität vor. In den überschwänglichen Begrüßungsschreiben jubelt es: „Sie sind ab jetzt Mitglied im ausgewählten Kreis DerKundenClub Lotto-Spielgemeinschaft und nehmen an dem EuroJackpot teil.“ Nur wenige Absätze weiter folgt der Schock: Die Schreiber listen die tatsächlichen Bankdaten der Empfänger auf und kündigen an: „Vom bekannten Konto wird Ihr Beitrag i.H.v. 79€, wie vereinbart, 4-wöchentlich … eingezogen.“
Besonders zynisch wirkt die Mindestlaufzeit von drei Monaten, die die Abzocker festgelegt haben. Am Ende des Schreibens heißt es scheinheilig: „Exklusiv für Sie: WIR KÜMMERN UNS UM DIE REIBUNGSLOSE SERIÖSE ABWICKLUNG SIE LEHNEN SICH ZURÜCK UND GENIESSEN DEN TRAUM.“
Betrügerische Operation mit bulgarischem Hintergrund
Rechtsanwalt Dr. Christian Hoffmann aus Kiel bestätigt gegenüber BILD: „Eine neue Welle“ dieser Betrugsmasche sei in den letzten Wochen aufgetreten. Interessant ist die Entwicklung des Firmensitzes: Während 2024 noch eine Adresse im englischen Broadstairs angegeben wurde, operieren die Betrüger jetzt angeblich aus einer schmalen Seitenstraße im südbulgarischen Petric.
Dennoch wirbt der dubiose Verein kurioserweise mit dem Siegel „Made in Germany“. Wie die Abzocker an die sensiblen Bankdaten ihrer Opfer gelangen, bleibt bisher ungeklärt. Einige Betroffene waren tatsächlich früher Mitglieder in Tippgemeinschaften, andere wurden vermutlich durch betrügerische Telefonate überrumpelt, bei denen sie unter Vorwänden ihre Bankdaten „bestätigen“ sollten.
Verbraucherschützer raten zu schnellem Handeln
Verbraucherzentralen in mehreren Bundesländern – darunter Brandenburg, Thüringen und Rheinland-Pfalz – erhalten seit etwa einer Woche vermehrt Anfragen von besorgten Bürgern. Joshua Jahn von der Verbraucherzentrale Brandenburg warnt: „Aufgrund der Professionalität der Anschreiben gibt es keine speziell gefährdete Zielgruppe, sodass jede Person betroffen sein kann.“
Die Experten raten Betroffenen dringend:
- Einen kühlen Kopf bewahren – ohne Unterschrift ist die unterstellte Mitgliedschaft rechtlich unzulässig
- Unverzüglich schriftlichen Widerspruch einlegen und einen wirksamen Vertrag ausdrücklich bestreiten
- Bei unbefugten Abbuchungen das Geld umgehend über die Bank zurückrufen lassen
Im Betrugsfall gilt eine verlängerte Frist von 13 statt der üblichen 8 Monate für die Rückbuchung. Die Verbraucherschützer betonen, dass rechtzeitiges Handeln entscheidend ist, um finanziellen Schaden abzuwenden.
Keine spezifische Zielgruppe erkennbar
Die Professionalität der Betrugsmasche macht sie besonders gefährlich. Die Anschreiben sind so überzeugend gestaltet, dass sie nahezu jeden Verbraucher täuschen könnten. Die Verbraucherzentralen raten daher zur besonderen Vorsicht bei unerwarteten Postsendungen mit finanziellen Forderungen – insbesondere wenn diese scheinbar persönliche Bankdaten enthalten.
Betroffene sollten sich umgehend an ihre örtliche Verbraucherzentrale oder an spezialisierte Rechtsanwälte wenden, um rechtliche Schritte einzuleiten und weitere finanzielle Belastungen zu verhindern.



