Festpreis gilt trotzdem: Händler storniert Heizöl – so wehren Sie sich
Bei der Heizölbestellung stornieren manche Händler unrechtmäßig, obwohl ein fester Preis vereinbart wurde. Dies müssen Verbraucher nicht einfach hinnehmen. BILD erklärt ausführlich, welche Rechte Sie haben und wie Sie sich effektiv gegen solche Vertragsbrüche wehren können.
Verkäufer trägt das Preisrisiko
Durch den Iran-Krieg sind die Ölpreise massiv gestiegen. Doch einige Anbieter ziehen sich aus bereits geschlossenen Verträgen zurück. Laut der Verbraucherzentrale Hessen ist dies in den meisten Fällen rechtswidrig. „Grundsätzlich trägt der Verkäufer das Risiko von Kostensteigerungen, insbesondere wenn ein Festpreis vereinbart wurde“, betont Peter Lassek, Leiter der Fachgruppe Recht bei der Verbraucherzentrale Hessen. Diese Regel gilt ausdrücklich auch für Heizöl – der Lieferant muss für seine eigene Kalkulation geradestehen und kann sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen.
Wann ist eine Stornierung erlaubt?
Eine einseitige Kündigung durch den Anbieter ist nur in extremen Ausnahmefällen rechtlich zulässig. Dies betrifft ausschließlich völlig unerwartete, schwerwiegende Ereignisse, die die Vertragserfüllung tatsächlich unmöglich machen. „In der Praxis wird dies bei Preiserhöhungen für Heizöl regelmäßig zu verneinen sein“, erklärt Lassek deutlich. Preisschwankungen gehören zum normalen Geschäftsrisiko und rechtfertigen keine Vertragsauflösung.
So setzen Sie Ihre Rechte durch
Storniert Ihr Lieferant den Vertrag trotz Festpreisvereinbarung, sollten Sie konsequent auf Vertragserfüllung bestehen. Fordern Sie schriftlich die Lieferung der vereinbarten Menge zum ursprünglich festgelegten Preis ein. Weigert sich der Händler auch nach einer angemessenen Fristsetzung, bleibt Ihnen oft keine andere Wahl, als das Heizöl woanders zu beschaffen – eine gerichtliche Klage würde in der Regel zu lange dauern, wenn Sie dringend heizen müssen. Den entstandenen Preisunterschied können Sie sich jedoch vom ersten Anbieter als Schadenersatz erstatten lassen.
Kaufen Sie nur die nötige Menge
Wer aktuell unbedingt Heizöl benötigt, sollte besonders vorsichtig agieren: Da manche Händler unrechtmäßig stornieren, bestellen Sie in der derzeitigen Marktlage nur so viel, wie Sie wirklich benötigen. Beobachten Sie kontinuierlich, wie sich die Preise entwickeln. Vergleichen Sie verschiedene Angebote online, statt blind beim gewohnten Lieferanten zu kaufen – dies erhöht Ihre Markttransparenz und schützt vor überteuerten Einkäufen.
Vorsicht vor betrügerischen Anbietern
Betrüger nutzen angespannte Marktlagen häufig aus und locken mit gefälschten Angeboten. Die bestellte Ware kommt in solchen Fällen nie an. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dringend: Prüfen Sie Anbieter vorab mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherschützer – einem zuverlässigen Online-Tool, das unseriöse Händler enttarnt. So schützen Sie sich vor finanziellen Verlusten und setzen gleichzeitig Ihre Rechte bei Vertragsbrüchen effektiv durch.



