Öko-Test-Desaster: DDR-Kultmarke Fit mit mangelhaft bewertet
Fit durchgefallen: DDR-Klassiker bei Öko-Test mangelhaft

Schock für ostdeutsche Traditionsmarke: Fit bei Öko-Test durchgefallen

Frankfurt/Main – Ein vernichtendes Urteil für einen echten Haushaltsklassiker: Die bekannte DDR-Marke Fit hat im aktuellen Öko-Test-Ranking für Handspülmittel den letzten Platz belegt. Die Experten bewerteten das Produkt mit mangelhaft – ein Ergebnis, das bei vielen Verbrauchern für Unruhe sorgen dürfte.

Testverfahren und Ergebnisse im Detail

In der April-Ausgabe 2026 untersuchte Öko-Test insgesamt 26 verschiedene Handspülmittel. Die Prüfung umfasste:

  • Reinigungsleistung bei 2000 Tellern
  • Ergiebigkeit der Produkte
  • Analyse aller Inhaltsstoffe

Während nur zwei Produkte die Bestnote sehr gut erhielten – das Rewe-Eigenmarkenprodukt Ja! Ultra Power Spülmittelkonzentrat und Sodasan Spülmittel Lemon & Lime –, schnitt der ostdeutsche Klassiker am schlechtesten ab.

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Formaldehyd als Hauptproblem

Das Labor von Öko-Test wies im Fit-Spülmittel erhöhte Werte von Formaldehyd nach. Dieser Stoff wird von der Europäischen Chemikalienagentur als akut giftig und wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Zudem kann Formaldehyd Allergien auslösen.

Die Tester begründeten ihre strenge Bewertung damit, dass Spülmittel zwar offiziell keine Kosmetik sei, der Hautkontakt jedoch ähnlich intensiv wie bei Duschgel oder anderen Körperpflegeprodukten ausfalle. Daher habe man die Grenzwerte für abspülbare Kosmetik zugrunde gelegt.

Hersteller weist Kritik zurück

Die Fit GmbH mit Sitz im sächsischen Hirschfelde bei Zittau – wo seit 1967 produziert wird – reagierte auf die Vorwürfe. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber MDR Sachsen:

  • Formaldehyd werde den Produkten nicht direkt zugesetzt
  • Der Stoff entstehe als natürliche Reaktion von Konservierungsmitteln
  • Alle Inhaltsstoffe seien EU-weit zugelassen
  • Das Produkt erfülle alle gesetzlichen Anforderungen

Das Unternehmen erzielte 2024 einen Jahresbruttoumsatz von 377 Millionen Euro und wurde im vergangenen Jahr nach 30-jähriger Führung durch Wolfgang Groß an den spanischen Haushaltsprodukte-Spezialisten BlueSun verkauft.

Kulturelle Bedeutung der Marke

Fit gehört zu den bekanntesten DDR-Produkten und war in praktisch jedem ostdeutschen Haushalt zu finden. Die Marke genießt ähnlichen Kultstatus wie Rotkäppchen-Sekt oder Knusperflocken. Das schlechte Testergebnis trifft daher nicht nur ein Reinigungsmittel, sondern ein Stück ostdeutscher Alltagskultur.

Ob die Erklärungen des Herstellers die Verbraucher beruhigen können, bleibt abzuwarten. Die Öko-Test-Experten bleiben bei ihrer Bewertung: Für sie ist das erhöhte Formaldehyd-Vorkommen im Fit-Spülmittel ein klares Qualitätsmanko, das zur Einstufung mangelhaft führte.

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