Schockierendes Testergebnis für DDR-Kultmarke
Ein vernichtendes Urteil hat die traditionsreiche DDR-Marke Fit in einem aktuellen Produkttest erhalten. Das bekannte Geschirrspülmittel mit der charakteristischen grünen Flasche landete in der Untersuchung von Öko-Test auf dem letzten Platz und erhielt die Note "mangelhaft". Dieses Ergebnis stellt einen herben Rückschlag für den Haushaltsklassiker dar, der seit Generationen in deutschen Küchen präsent ist.
Die Testmethodik und Ergebnisse
Die Experten von Öko-Test untersuchten in ihrer April-2026-Ausgabe insgesamt 26 verschiedene Handspülmittel. Die Preisspanne reichte dabei von 10 Cent bis 1,18 Euro pro 100 Milliliter. Im Rahmen der Prüfung wurden beeindruckende 2000 Teller gespült, wobei die Bewertungskriterien Reinigungsleistung, Ergiebigkeit und vor allem die Inhaltsstoffe im Mittelpunkt standen.
Von allen getesteten Produkten erreichten lediglich zwei die Bestnote "sehr gut": das "Ja! Ultra Power Spülmittelkonzentrat" (Rewe-Eigenmarke) und "Sodasan Spülmittel Lemon & Lime". Die große Mehrheit der Produkte schnitt deutlich besser ab als das Traditionsprodukt aus Sachsen.
Formaldehyd als Hauptproblem
Der Grund für das schlechte Abschneiden von Fit liegt in erhöhten Werten des Stoffes Formaldehyd. Die Tester wiesen mehr Formaldehyd nach, als in abspülbarer Kosmetik erlaubt wäre. Obwohl Spülmittel offiziell nicht als Kosmetikprodukt klassifiziert wird, argumentiert Öko-Test mit dem intensiven Hautkontakt während des Spülvorgangs.
Formaldehyd wird von der Europäischen Chemikalienagentur als "akut giftig" und "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Zudem kann der Stoff Allergien auslösen und gilt damit als gesundheitlich bedenklich. Die Tester vermuten, dass sich der Formaldehyd aus einem Konservierungsmittel abspaltet, das im Spülmittel enthalten ist.
Reaktion des Herstellers
Die Fit GmbH mit Sitz im sächsischen Hirschfelde bei Zittau wies die Kritik auf Anfrage zurück. Das Unternehmen betonte, dass Formaldehyd nicht direkt zugesetzt werde, sondern als natürliche Reaktion von Konservierungsstoffen entstehe. Zudem entspreche das Produkt allen gesetzlichen Anforderungen und die Inhaltsstoffe seien EU-weit zugelassen.
Interessant ist dabei der Hintergrund: Die Fit GmbH wurde im vergangenen Jahr nach drei Jahrzehnten unter der Führung von Wolfgang Groß an den spanischen Haushaltsprodukte-Spezialisten BlueSun verkauft. Das Unternehmen erzielte 2024 einen Jahresbruttoumsatz von 377 Millionen Euro und produziert seit 1967 am Standort in Sachsen.
Historische Bedeutung der Marke
Fit gehört zu den ikonischen Produkten der DDR-Zeit und war in jedem ostdeutschen Haushalt präsent. Die Marke genießt ähnlichen Kultstatus wie Rotkäppchen-Sekt oder Knusperflocken und hat auch nach der Wiedervereinigung eine treue Kundschaft behalten. Das schlechte Testergebnis trifft daher viele Verbraucherinnen und Verbraucher besonders hart, die dem Produkt seit Jahrzehnten vertrauen.
Die aktuelle Bewertung von Öko-Test stellt die Traditionsmarke vor erhebliche Herausforderungen. In einer Zeit, in der Verbraucher zunehmend auf gesundheitlich unbedenkliche und umweltfreundliche Produkte achten, könnte das vernichtende Urteil langfristige Auswirkungen auf den Markterfolg haben.



