Schufa reformiert Score-Berechnung: Mehr Transparenz für Verbraucher ab März 2026
Schufa reformiert Score: Mehr Transparenz für Verbraucher

Schufa reformiert Score-Berechnung: Mehr Transparenz für Verbraucher ab März 2026

Die Schufa, Deutschlands bekannteste Auskunftei, führt ab dem 17. März 2026 eine grundlegend neue Berechnungsmethode für ihren Bonitätsscore ein. Diese Reform soll Verbraucherinnen und Verbrauchern endlich vollständige Transparenz und leichte Nachvollziehbarkeit ihrer Bonitätseinschätzung bieten. Der Score spielt eine zentrale Rolle im Alltag vieler Menschen – sei es bei der Wohnungssuche, beim Abschluss eines Mobilfunkvertrags oder bei der Beantragung eines Kredits.

Was ändert sich konkret an der Berechnungsmethode?

Ab dem Stichtag wird es nur noch einen einzigen Score geben, der sechs bisherige Branchenscores ersetzt. Dieser neue Score setzt sich aus lediglich zwölf statt bisher 100 Kriterien zusammen und wird nicht mehr in Prozenten, sondern in Punkten von 100 bis 999 angegeben. Je höher die Punktzahl, desto besser fällt die Bonitätsbewertung aus. Die zwölf Kriterien mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung umfassen:

  • Zahlungsstörungen
  • Alter des ältesten Bankvertrags
  • Alter der ältesten Kreditkarte
  • Alter der aktuellen Adresse
  • Alter des jüngsten Rahmenkredits
  • Anzahl der Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten
  • Anzahl der Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen zwölf Monaten
  • Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten
  • Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite
  • Kreditstatus
  • Immobilienkredit
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung

Laut Schufa können Verbraucherinnen und Verbraucher damit selbstständig nachvollziehen, wie sich Veränderungen einzelner Kriterien auf ihren Score auswirken würden. Zudem soll der neue Score so konstruiert sein, dass er schneller besser wird, wenn das Zahlungsverhalten zuverlässig ist.

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Welche Auswirkungen hat die Reform auf bestehende Scores?

Nach Angaben der Schufa ändert sich für 83 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher nichts – sie verbleiben in derselben Scoreklasse des zuvor am häufigsten angefragten Bankenscores. Für neun Prozent wirkt sich die neue Berechnung positiv auf die Bewertung aus, während acht Prozent eine negative Veränderung erfahren. Ein plötzlicher starker Wandel ist somit für die Mehrheit nicht zu erwarten.

Wo und wie kann der neue Score eingesehen werden?

Ab dem 17. März 2026 soll der neue Schufa-Score für Verbraucherinnen und Verbraucher direkt im Schufa-Account kostenfrei einsehbar sein. Hierfür ist eine Registrierung notwendig. Alternativ können Interessierte ihren Score in der bonify-App prüfen oder sich eine kostenlose Datenkopie zuschicken lassen.

Wie oft wird der Score aktualisiert und was rät die Verbraucherzentrale?

Die Schufa aktualisiert ihre Daten nach eigenen Angaben quartalsweise. Dies umfasst neben dem Score auch Informationen zu Verträgen, Anfragen, Zahlungsstörungen und persönlichen Daten. Die Verbraucherzentrale Sachsen rät Verbraucherinnen und Verbrauchern dringend, regelmäßig die über sie gespeicherten Daten abzufragen. Nur so lässt sich ein möglicherweise falscher Score identifizieren und beheben. Sind falsche Daten gespeichert, sollte umgehend Widerspruch bei der Schufa eingelegt werden. Die für die Prüfung notwendige, kostenfreie Datenkopie sollte direkt online bei der Schufa beantragt werden – Drittanbieter verlangen für diesen Service oft Gebühren.

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