Spritspar-Dongles enttarnt: Warum die Wunderstecker fürs Auto reine Geldverschwendung sind
In Zeiten hoher Kraftstoffpreise suchen viele Autofahrer nach schnellen Lösungen, um ihre Benzinkosten zu senken. Immer mehr unseriöse Anbieter locken mit vermeintlichen Spritspar-Dongles, die angeblich bis zu 55 Prozent Kraftstoff einsparen sollen. Doch Experten warnen eindringlich: Diese Produkte sind komplett wirkungslos und reine Geldverschwendung.
Elektroschrott statt Wundertechnik
Laut Recherchen von heise online und dem ADAC handelt es sich bei den beworbenen Spritspar-Steckern um nichts anderes als fabrikfrischen Elektroschrott. Die kleinen Geräte, die in die Diagnose-Schnittstelle (OBD) des Fahrzeugs gesteckt werden sollen, bestehen lediglich aus einigen Leuchtdioden und anderen elektrischen Bauteilen in einem kleinen Gehäuse. Bei Untersuchungen im Jahr 2024 stellte sich heraus, dass einige dieser Komponenten nicht einmal miteinander verbunden waren.
„Wer tatsächlich Geld in diese Geräte investiert, erhält einen Stecker, der nur blinkt“, so die nüchterne Einschätzung von Fachleuten. Die versprochene Spritersparis von bis zu 55 Prozent entpuppt sich als reines Marketing-Märchen ohne jegliche technische Grundlage.
Aggressive Werbemethoden und falsche Versprechen
Die Anbieter dieser angeblichen Spar-Wundertechnik setzen auf besonders perfide Werbemethoden. In Spam-E-Mails wird behauptet, Autohersteller würden Motoren „für die breitestmögliche Palette von Bedingungen, nicht für Ihre spezifischen Fahrgewohnheiten“ kalibrieren. Zudem wird mit vermeintlichen Fachleuten, gefälschten Erfahrungsberichten von Autofahrern und fragwürdigen Zertifikaten geworben.
Um Kaufdruck zu erzeugen, behaupten die Anbieter häufig, die Anzahl der verfügbaren Produkte sei „extrem begrenzt“. Markus Sippl vom ADAC bringt es auf den Punkt: „Wäre die versprochene Wirkung tatsächlich erreichbar, würden solche Produkte längst von Autoherstellern serienmäßig verbaut.“
Keine Wundermittel gegen hohen Spritverbrauch
Der ADAC weist darauf hin, dass immer wieder sogenannte Spritsparwundermittel auf den Markt kommen. Neben den aktuell beworbenen Dongles zählen dazu auch Pillen für den Tank, Magnete an der Kraftstoffleitung und spezielle Ölzusätze. Besonders in Phasen steigender Kraftstoffpreise tauchen diese Produkte vermehrt auf.
ADAC-Experte Sippl gibt einen klaren Ratschlag: „Wir können nur raten, die Finger von solchen ominösen Angeboten zu lassen. Wirkungsvoll Sprit sparen kann man mit einem zurückhaltenden Gasfuß und mit vorausschauender Fahrweise.“ Echte Wundermittel gegen hohen Spritverbrauch gebe es schlicht und ergreifend nicht.
Verbraucherschützer empfehlen, bei vermeintlichen Spritspar-Produkten besonders skeptisch zu sein und sich vor dem Kauf bei seriösen Organisationen wie dem ADAC zu informieren. Die einzige verlässliche Methode, Kraftstoffkosten zu senken, bleibt eine spritsparende Fahrweise und regelmäßige Fahrzeugwartung.



