Nach monatelangen Ermittlungen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen zwei Gruppen in Ludwigsburg hat die Polizei acht Verdächtige identifiziert und deren Wohnungen durchsucht. Die Gewalttaten gipfelten Anfang März in einem versuchten Tötungsdelikt am Bahnhof Ludwigsburg, bei dem ein 18-Jähriger schwer verletzt worden war, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.
Opfer schwer verletzt – Notoperation erforderlich
Der junge Mann musste notoperiert werden, konnte das Krankenhaus aber kurze Zeit später wieder verlassen. Bereits Stunden vor der Tat hatten Zeugen einen Streit zwischen den Gruppen gemeldet. Zudem war es zuvor schon mehrfach im Stadtgebiet zu Auseinandersetzungen gekommen. Zur Aufklärung richtete das Polizeipräsidium Ludwigsburg im März die 15-köpfige Ermittlungsgruppe „Residenz“ ein.
Acht Tatverdächtige im Alter von 14 bis 22 Jahren
Bei den acht Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und 22 Jahren handelt es sich teils um Syrer sowie um Deutsche mit familiären Wurzeln im kurdischen beziehungsweise kosovarischen Raum. Ihnen werden zahlreiche Gewaltdelikte, die sie gegeneinander verübt hätten, zur Last gelegt, wie ein Polizeisprecher sagte. Vier von ihnen sollen als Täter oder Teilnehmer an dem versuchten Tötungsdelikt Anfang März beteiligt gewesen sein. Ob ethnische oder andere Konflikte hinter den Auseinandersetzungen stecken, wird weiter untersucht.
Großangelegte Durchsuchungen in drei Städten
Vergangenen Mittwoch durchsuchten Ermittler acht Wohnungen der Verdächtigen in Ludwigsburg sowie in Pleidelsheim und Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg). Rund einhundert Polizisten trafen dabei sieben der acht Verdächtigen an – zudem stellten sie mehrere Waffen und umfangreiches Beweismaterial sicher, das nun ausgewertet wird. Festnahmen gab es keine. Die Ermittlungen dauern an.



