Mehr als 41 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der angehenden Krankenschwester Maria Köhler in Aschaffenburg hat die Staatsanwaltschaft einen 66-jährigen Mann wegen Mordes angeklagt. Der frühere Freund des Opfers soll die 19-Jährige am 30. Juli 1984 aus Eifersucht und Rache mit einem Netzschal erdrosselt haben. Die Behörde geht von heimtückischer Handlungsweise aus.
Die Polizei vermutete seit der Tat, dass der damalige Ex-Freund der Täter ist, doch der Mann konnte jahrzehntelang nicht gefasst werden. Maria Köhler hatte sich vor ihrem Tod von dem damals 25-Jährigen getrennt und einen neuen Freund, einen in Hanau stationierten US-Soldaten.
Der Verdächtige floh nach der Tat von Frankfurt aus in die Türkei, sein Geburtsland. Zwei Tage später wurde die Leiche von einer Vorgesetzten im Wohnheim für angehende Krankenschwestern entdeckt. Der Mann war weltweit gesucht, reiste aber 1998 unter falschem Namen wieder nach Deutschland ein und lebte rund 16 Jahre in Aschaffenburg, bevor er erneut in die Türkei ausreiste. Er besitzt keine Staatsangehörigkeit, da er seine türkische durch Verweigerung des Militärdienstes verloren haben soll.
Ende 2024 nahmen Altfall-Ermittler den Fall wieder auf und fanden den Mann in der Türkei. Im September 2024 wurde er nach Deutschland überstellt. Er hat die Tat gestanden und sitzt in Untersuchungshaft. Zudem sicherten Experten DNA an der mutmaßlichen Tatwaffe, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihm stammt.
Sollte das Landgericht die Anklage zulassen, ist nur noch eine Verurteilung wegen Mordes möglich, da andere Straftaten verjährt sind.



