Die drohende Zerschlagung des Batterieherstellers Varta beschäftigt die Landespolitik. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat angekündigt, sich weiterhin für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und industrieller Wertschöpfung im Land einzusetzen. „Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen intensive Gespräche mit allen Beteiligten geführt und werde dies weiterhin tun“, erklärte die Ministerin auf Anfrage. Ziel sei es, „möglichst viel industrielle Wertschöpfung, technologisches Know-how und möglichst viele Arbeitsplätze in Baden-Württemberg zu erhalten.“
Gläubiger planen Ausgliederung des Batteriegeschäfts
Hintergrund ist die Ankündigung einer sogenannten Ad-hoc-Gläubigergruppe, zu der die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox gehören. Sie planen, das Geschäft mit den bekannten Haushaltsbatterien aus dem Varta-Konzern auszugliedern. Für die übrigen Unternehmensbereiche könnte damit ein weiterer Sanierungsschritt notwendig werden. Die Gläubiger begründen ihren Schritt mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens. Nach ihren Angaben sieht die Gruppe derzeit keine finanzierbare Lösung für den gesamten Konzern. Varta selbst hat sich dazu bislang nicht geäußert.
Bedeutung für den Standort Baden-Württemberg
Der Batteriehersteller mit Stammsitz in Ellwangen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.260 Menschen. Er produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher. Die drohende Zerschlagung sei keine gute Nachricht – „weder für die Beschäftigten noch für den Industriestandort Baden-Württemberg“, so Hoffmeister-Kraut. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens liege jedoch bei den Eigentümern, Investoren und Gläubigern.



