Seit dem 10. Juli 2026 gilt im Freiburger Lorettobad eine neue Regelung: Freitags bis sonntags haben nur noch Besucherinnen ab 16 Jahren Zutritt zum Damenbereich. Das teilte die Stadt Freiburg mit. Das Lorettobad ist das letzte abgetrennte Damenbad Deutschlands und wurde durch den Film „Freibad“ von Doris Dörrie überregional bekannt.
Hintergrund der Einlassbeschränkung
Offiziell begründet die Stadt die neue Altersgrenze mit der hohen Auslastung. Der Damenbereich sei klein und biete Platz für maximal 450 Gäste. Das angrenzende Familienbad bleibe von der Einschränkung unberührt. Oberbürgermeister Martin Horn (SPD) erklärte gegenüber der dpa, es gehe ausschließlich darum, den großen Zulauf zu begrenzen, nicht um Ausgrenzung. „Kinder und Jugendliche aus dem Bad auszuschließen, ist natürlich schwierig“, so Horn.
Probleme mit Besucherinnen aus dem Elsass
Ein offener Brief des Vereins „Freunde des Lorettobades“ deutet jedoch auf tieferliegende Konflikte hin. Der langjährige Vorsitzende Eugen Reinwald (77) sagte gegenüber BILD, die Probleme seien nicht neu. Im Elsass gebe es – außer in Straßburg – keine öffentlichen Freibäder wie in Deutschland oder der Schweiz. Deshalb kämen viele Menschen im Sommer über die Grenze. Die Frauen seien teilweise mit ihren dunklen Gewändern ins Wasser gegangen. Kleinkindern seien zudem häufig keine Badewindeln angezogen worden. Dadurch sei die Filteranlage überlastet gewesen, und das Bad habe fünf Tage schließen müssen.
Reaktionen der Badegäste
Zwei Stammbesucherinnen des Damenbads, die anonym bleiben möchten, begrüßen das Kinderverbot. Die Rentnerinnen kommen seit vielen Jahren regelmäßig ins Bad. Zuletzt sei an Wochenenden an Entspannung nicht zu denken gewesen. Ihrem Empfinden nach seien es häufig Besucherinnen aus Frankreich, die sich nicht an die Regeln hielten. Seit der Einlassbeschränkung sei es ruhiger.
Ausblick und Kritik
Eugen Reinwald bezeichnet die neue Altersgrenze als „Schnellschuss“, der die Lage zunächst entspannen solle. In seinem offenen Brief habe er ein halbes Dutzend Vorschläge für eine Dauerlösung gemacht. Nach Ende der laufenden Saison solle über neue Regeln für 2027 beraten werden. Ob die Regelung Bestand hat, bleibt abzuwarten.



