Millionenschaden durch Stromausfall in Reutlingen: Verdacht auf Brandstiftung in Umspannwerk
Nach einem großflächigen Stromausfall in Reutlingen gibt es nach Angaben des Netzbetreibers Anzeichen für eine Brandstiftung in einem Umspannwerk. Rund 20.000 Menschen waren zunächst ohne Strom. Inzwischen hat sich die Lage teilweise entspannt, doch etwa 10.000 Kunden sind weiterhin ohne Elektrizität. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Brandstiftung im Umspannwerk Reutlingen-West
Der Netzbetreiber Netze BW teilte mit, dass im Umspannwerk Reutlingen-West drei Brandstellen entdeckt wurden. Zudem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt. Ein Sprecher von Netze BW äußerte sich besorgt über die Vorfälle. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat die Ermittlungen übernommen. Ein Sprecher des LKA erklärte, dass Brandsachverständige hinzugezogen wurden, was bei Vorfällen dieser Dimension üblich sei. Die Polizei ermittle in alle Richtungen.
Millionenschaden und betroffene Einrichtungen
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist durch den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden. Kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Seniorenheime sind ebenfalls betroffen. Die Stadt Reutlingen geht davon aus, dass der Stromausfall noch längere Zeit andauern wird. Auch Telefon- und Internetverbindungen funktionieren nur eingeschränkt. Die Behörden arbeiten gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei an Strategien, um die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen.
Wiederherstellung der Stromversorgung
Der Stromausfall begann um 1.45 Uhr. Fünfeinhalb Stunden später konnten etwa die Hälfte der betroffenen rund 20.000 Kunden der Fairnetz GmbH wieder versorgt werden. Die beiden Energieunternehmen teilen sich das Umspannwerk. Netze BW leistet beim Wiederaufbau der Stromversorgung Amtshilfe. Noch ist unklar, wann die restlichen Teile der Stadt und umliegenden Gemeinden wieder mit Strom versorgt werden können.
Vergleich mit früheren Anschlägen
Der Vorfall erinnert an einen mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung eines Berliner Technologieparks im September 2025. Damals waren rund 50.000 Privathaushalte und 2000 Gewerbebetriebe betroffen. Ein weiterer Anschlag auf Starkstromkabel in Berlin im Januar 2026 verursachte noch länger andauernde Ausfälle. Die Ermittlungen in Reutlingen laufen derzeit in alle Richtungen, ein politisches Motiv wird nicht ausgeschlossen.



