Der englische Schwimm-Star Adam Peaty hat bei den Commonwealth Games in Glasgow über 100 Meter Brust nur die Bronzemedaille gewonnen. In 59,64 Sekunden musste er sich dem Australier Sam Williamson (59,17) und Filip Nowacki (für Jersey startend) geschlagen geben. Peaty, der zweifache Olympiasieger und Weltrekordhalter (56,88 Sekunden aus 2019), zeigte sich nach dem Rennen emotional und übte scharfe Kritik an Medien und sozialen Netzwerken, die über sein Privatleben spekuliert hatten.
Tränen der Enttäuschung, nicht wegen der Medaille
Der 31-Jährige vergoss nach dem Rennen Tränen, betonte jedoch: „Ich weine nicht, weil es Bronze statt Gold ist. Ich weine, weil ich weiß, dass ich besser hätte schwimmen können und dass ich viel besser trainiert habe. Irgendetwas stimmt nicht.“ Er haderte mit seiner Leistung und fragte sich: „Was soll das ganze Training um 5:30 Uhr morgens? Was soll die ständige Erschöpfung oder das Verpassen von Familienfeiern wegen des Trainings?“ Peaty hatte im Dezember 2025 Holly Ramsay, die Tochter von Starkoch Gordon Ramsay, geheiratet; das Paar erwartet Nachwuchs.
Wutausbruch gegen Medien und Kritiker
Nach der Siegerehrung suchte Peaty seine Frau, küsste sie und ihren Babybauch. „Sie wird immer stolz auf mich sein“, sagte er über Holly. „Und als Vater ist es egal, ob man mit Gold nach Hause kommt.“ Doch dann brach es aus ihm heraus: Er kritisierte die Berichterstattung über eine angebliche Distanzierung von seinem älteren Sohn, den er mit seiner Ex-Partnerin Eirianedd Munro hat. „Ich musste vieles von dem Unsinn, den die Leute online schreiben, ignorieren. Jetzt reicht es aber. Das geht über den Sport hinaus. Es geht darum, anständige Menschen zu sein.“
Direkte Botschaft an die Öffentlichkeit
Peaty wandte sich direkt an seine Kritiker: „Ihr wisst nicht, wer ich bin. Und die Leute, die kommentieren, die die Geschichte nur wegen der Schlagzeile lesen, sollten sich mal selbst im Spiegel ansehen. Ihr könnt mir nichts anhaben.“ Er selbst könne mit dem Druck umgehen, forderte aber: „Wie viele Sportler, wie viele Menschen müssen das noch durchmachen, bis die Medien endlich daraus lernen? Man muss daraus lernen und es besser machen.“
Weitere Chancen bei den Commonwealth Games
Für Peaty geht es sportlich weiter: Am Sonntag steht der Vorlauf über 50 Meter Brust an, das Finale folgt am Montag. Anfang August beginnen die Europameisterschaften. Ob er bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles weitermacht, ließ er offen: „Es ist noch zu früh, um zu sagen, was ich in meinem Alter noch leisten kann.“ Die Enttäuschung über den dritten Platz ist bei Peaty jedoch tief sitzen geblieben – aber nicht wegen der Farbe der Medaille, sondern wegen des Gefühls, nicht sein volles Potenzial abgerufen zu haben.



