Iran stoppt sechs Handelsschiffe in der Straße von Hormus – Eskalation im Golf
Iran stoppt Schiffe in der Straße von Hormus

Iranische Revolutionsgarden stoppen Schiffe in der Straße von Hormus

Irans Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe vor einer Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus gestoppt. Die Garden erklärten laut der ihnen nahestehenden Agentur Tasnim, sie setzten die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Persischen Golf und der Straße von Hormus durch – eine Fläche, die etwa zwei Dritteln des deutschen Staatsgebiets entspricht. Kein Schiff könne passieren, ohne die iranischen Vorschriften einzuhalten, hieß es. Versuche des US-Militärs, den Kurs von Schiffen zu ändern, würden mit „einer entschlossenen Reaktion und Warnschüssen beantwortet“. Als Folge seien die betroffenen Schiffe gezwungen, umzukehren.

Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte laut dem englischsprachigen Staatssender PressTV hingegen, es gebe keine Veränderung der Verkehrslage in der Straße von Hormus. Er verwies auf bilaterale Gespräche mit Vertretern des Omans, dessen Territorialgewässer einen Teil der internationalen Schifffahrtsroute umfassen. Nach Aussagen des iranischen Außenministeriums haben Vertreter des Iran und des Oman am Wochenende in Teheran Gespräche über die Straße von Hormus geführt, die als produktiv bezeichnet wurden. Die technischen und politischen Konsultationen dauerten demnach an.

Huthi-Miliz greift Saudi-Ölanlagen an – Vergeltung für Luftangriffe

Im sich zuspitzenden Konflikt am Roten Meer hat die jemenitische Huthi-Miliz nach eigenen Angaben Ölanlagen in Saudi-Arabien beschossen. Man habe mit Dutzenden Raketen und Drohnen Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in den Städten Dschisan und Yanbu angegriffen, sagte Jahja Sari, Militärsprecher der vom Iran unterstützten Miliz, in einer Videobotschaft. Es handelte sich demnach um Gegenangriffe für Attacken der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen. Diese hatte mitgeteilt, als Reaktion auf den erneuten Beschuss eines unter Saudi-Flagge fahrenden Schiffes im Roten Meer „legitime militärische Ziele“ in der jemenitischen Provinz Hudaida angegriffen zu haben. Die Huthi hatten dem benachbarten Königreich dafür Vergeltung geschworen. Über Huthi-Angriffe in der Nacht in Dschisan und Yanbu berichtete auch der iranische Sender Press TV. Die Regierung Saudi-Arabiens äußerte sich bislang nicht dazu.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Luftabwehrsysteme in Saudi-Arabien haben nach Angaben aus griechischen Sicherheitskreisen zwei ballistische Raketen aus dem Jemen abgeschossen. Ziel seien Ölraffinerien in der Stadt Yanbu am Roten Meer gewesen, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Das eingesetzte Abwehrsystem wird den Kreisen zufolge von griechischem Militärpersonal bedient. Der saudische Zivilschutz gab nach anfänglichen Warnungen für Yanbu und die südliche Hafenstadt Jizan Entwarnung.

Ukrainischer Angriff auf Frachter im Kaspischen Meer – Iran protestiert

Die iranische Regierung hat gegen einen mutmaßlichen ukrainischen Angriff auf ein Frachtschiff im Kaspischen Meer und den dadurch verursachten Tod eines Matrosen scharf protestiert. Nach Darstellung des Außenministeriums in Teheran soll ein weiterer Matrose bei dem Angriff am Samstag verletzt worden sein. Die iranische Mitteilung verwies darauf, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Angriff ausdrücklich eingeräumt habe. Es handele sich um einen Akt der Aggression, der die Flammen des Krieges weiter anfachen und verbreiten könnte, und um einen Verstoß gegen das Völkerrecht, hieß es in der Mitteilung. Selenskyj hatte am Vormittag tatsächlich verkündet, dass weitreichende Drohnen Schiffe im Kaspischen Meer getroffen hätten. Auf Facebook teilte er mit, darunter seien Schiffe gewesen, die militärische Güter geladen und Bezug zum Iran gehabt hätten. Weitere Details nannte er nicht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Selenskyj: Russland stellt Iran Satellitenbeobachtungen zur Verfügung

Russland gibt dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge seine Satellitenbeobachtungen im Nahen Osten an den Iran. Dies ermögliche dem Iran Angriffe in der Region, schreibt Selenskyj auf X. Seit Anfang Juli habe die Ukraine eine aktive russische Satellitenüberwachung der Golfstaaten und der dort befindlichen US-Militäreinrichtungen registriert. Diese Bilder tauchten anschließend im Iran auf. „Gleichzeitig besteht ein klarer Zusammenhang zwischen den russischen Satellitenbildern dieser Standorte und den iranischen Angriffen – sowohl vor den Angriffen, bei deren Vorbereitung, als auch danach, um den verursachten Schaden zu bewerten.“

UN-Generalsekretär Guterres in Syrien – Kritik an Israel

UN-Generalsekretär António Guterres ist zu seinem ersten offiziellen Besuch in Syrien seit 2009 eingetroffen. Bei seinem Aufenthalt in der Hauptstadt Damaskus rief er am Samstag die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung des syrischen Volks auf. Er äußerte auch Kritik an Israel. Kurz nach seiner Ankunft sprach Guterres mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa und suchte das berüchtigte Militärgefängnis Sajdnaja nördlich von Damaskus auf, das mit Gräueltaten während der Assad-Herrschaft in Verbindung gebracht wird. Guterres teilte auf X mit, dass es sich um „einen Solidaritätsbesuch“ handele. Mit Blick auf die von Israel annektierten Golanhöhen sagte er: „Was in der Region um die Golanhöhen passiert, ist absolut inakzeptabel.“ Er betonte, dass die Golanhöhen für die Vereinten Nationen zu Syrien zählten und es keine Verstöße Israels gegen die Souveränität Syriens geben dürfe.

Gaza: Polizeichef der Hamas getötet

Die israelische Armee hat nach palästinensischen Angaben den Polizeichef der radikal-islamischen Hamas im nördlichen Gazastreifen getötet. Abdel-Nasser Al-Makadma sei bei dem Angriff im Viertel Scheich Radwan im Norden von Gaza-Stadt ums Leben gekommen, teilten das von der Hamas geführte Innenministerium und palästinensische Rettungskräfte mit. Makadma war auch als Gouverneur des nördlichen Gazastreifens bekannt. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs liegt zunächst nicht vor. Bei einem weiteren israelischen Angriff wurde Rettungskräften zufolge ein palästinensischer Sanitäter im Flüchtlingslager Nuseirat im Zentrum des Gazastreifens getötet. Zudem sei ein Polizist seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem israelischen Luftangriff in der vergangenen Woche erlitten hatte. Israel hat in den vergangenen Monaten Dutzende Mitglieder der von der Hamas geführten Polizei getötet, darunter auch Führungspersönlichkeiten.

Israels Soldaten nahmen zudem Dutzende Palästinenser im Westjordanland fest, nach einer tödlichen Auseinandersetzung am Vortag, bei der mindestens vier Palästinenser und zwei israelische Soldaten getötet worden waren. Der Bürgermeister von Tal, Walid Sidan, sagte Reuters: „Etwa 70 Menschen aus dem Dorf sind festgenommen worden. Die Hausdurchsuchungen gehen weiter, Armeepatrouillen fahren durch die Straßen.“ Sidan erklärte, die Siedler hätten das Dorf gezielt schikaniert: „Die Leute haben nicht die Konfrontation mit ihnen gesucht; sie haben lediglich ihre Häuser verteidigt, nicht mehr und nicht weniger.“ Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte ein „scharfes Vorgehen“ an.

Iran ruft zu Dialog im Jemen-Konflikt auf

Angesichts der Eskalation zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi zum Dialog aufgerufen. Es gebe keine militärische Lösung in dem Konflikt, vielmehr müsse dieser durch Dialog zwischen Saudi-Arabien, Jemen und anderen Ländern in der Region gelöst werden, sagte Araghtschi in einem Interview mit der staatlichen Tageszeitung „Iran“. Obwohl der Iran die Huthi-Miliz unterstützt, behauptete Araghtschi, die Probleme im Jemen seien nicht seinem Land anzulasten, sondern wurzelten in alten regionalen Konflikten.

Der Krieg zwischen Israel und dem Iran dauert inzwischen fast fünf Monate an. US-Präsident Donald Trump warnte Russland und China vor einer Einmischung in den Iran-Krieg. Gleichzeitig führen die USA und der Iran Gespräche, aber Teheran sei noch nicht zu einer Einigung bereit, so Trump. Pakistan vermittelt offenbar bei den Gesprächen, angestoßen durch China. Die EU verhängte neue Sanktionen gegen iranische Richter. Unterdessen appellierte UN-Hochkommissar Volker Türk an die Konfliktparteien, Seeleute in der Straße von Hormus in Sicherheit zu bringen: Mindestens 6000 Menschen säßen auf rund 400 gestrandeten Schiffen fest, 17 Seeleute seien seit Februar getötet worden.