Pflegeheim in Baden-Württemberg: Eigenanteil steigt auf 3.657 Euro
Pflegeheim in BW: Eigenanteil steigt auf 3.657 Euro

Bewohner von Pflegeheimen in Baden-Württemberg müssen immer tiefer in die Tasche greifen. Laut einer aktuellen Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) stieg der durchschnittliche monatliche Eigenanteil im ersten Heimjahr zum 1. Juli auf 3.657 Euro. Das sind rund 250 Euro mehr als im Vorjahr und fast 300 Euro über dem Bundesdurchschnitt von 3.364 Euro.

Nur drei Bundesländer teurer

Damit liegt Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich auf dem vierten Platz der teuersten Länder für die stationäre Pflege. Noch höhere Eigenanteile zahlen Bewohner in Bremen, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen. Deutlich günstiger ist die Pflege hingegen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Als Hauptgrund für den Anstieg nennt der vdek die gestiegenen Personalkosten. „Die Gehälter von Pflegekräften sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen und liegen im Branchenvergleich nunmehr über dem Durchschnitt“, erklärte vdek-Chefin Ulrike Elsner. Zwar sei eine gute Bezahlung der Pflegekräfte wichtig, doch dürfe dies nicht zu einer immer stärkeren Belastung der Pflegebedürftigen führen. „Wir brauchen eine Begrenzung des Kostenanstiegs. Die avisierte Pflegereform muss eine faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile erreichen.“

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Zusammensetzung des Eigenanteils

Der ausgewiesene Betrag von 3.657 Euro setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: dem Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung sowie den Ausbildungskosten für Pflegekräfte. Hinzu kommen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in die Einrichtungen. Die Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der Pflegekosten, sodass die Bewohner den Rest selbst tragen müssen.

Die Höhe des Eigenanteils hängt auch von der Aufenthaltsdauer ab. Denn Pflegebedürftige erhalten neben den Leistungen der Pflegekassen Entlastungszuschläge, die mit der Zeit steigen. Im ersten Heimjahr wird der Eigenanteil für die reine Pflege um 15 Prozent reduziert, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Trotz dieser Zuschläge müssen Bewohner in Baden-Württemberg selbst mit dem höchsten Zuschlag ab dem vierten Jahr noch durchschnittlich 2.216 Euro monatlich aus eigener Tasche zahlen.

Datenbasis der Auswertung

Der vdek wertete für seine Analyse die Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit den Heimen in allen Bundesländern aus. Zum Verband gehören unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit. Die Daten zeigen einen klaren Trend: Die finanzielle Belastung für Pflegeheimbewohner steigt kontinuierlich an, und Baden-Württemberg liegt dabei über dem nationalen Durchschnitt.

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