Der Fund einer verwesenden Frauenleiche in einem Koffer unter einer Brücke in Filderstadt (Kreis Esslingen) hatte im Sommer 2024 weit über Baden-Württemberg hinaus für Aufsehen gesorgt. Nun steht der Prozessauftakt gegen den tatverdächtigen 51-jährigen Mann fest. Ab Dienstag, dem 9. Juni 2025, muss sich der Angeklagte wegen Totschlags vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Dies bestätigte ein Sprecher des Gerichts am Mittwochabend auf Anfrage. Zuvor hatte die „Stuttgarter Zeitung“ darüber berichtet.
Vorwurf: Totschlag durch Einwirkung
Dem Angeklagten wird laut Gerichtssprecher vorgeworfen, auf die 39-jährige Frau derart eingewirkt zu haben, dass sie verstarb. Der 51-Jährige soll den Tod der Frau dabei zumindest billigend in Kauf genommen haben. Die Tat soll sich zwischen Ende Juli und Anfang August 2024 ereignet haben. Anschließend verpackte der Mann den Leichnam der Frau in einen Rollkoffer, den er mit Folie und Müllbeuteln umwickelte. Ende August 2024 entdeckten zwei Mitarbeiter des städtischen Bauhofs den Koffer mit der Leiche unter der Brücke eines ausgetrockneten Bachs. Dort hatte der 51-Jährige ihn abgelegt. Im September 2024, etwa drei Wochen nach dem Fund, wurde der tatverdächtige Türke in Untersuchungshaft genommen.
Hintergründe und Ermittlungen
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass der Angeklagte und das Opfer sich kannten. Die genauen Umstände der Tat sind noch nicht vollständig geklärt. Der Prozess vor dem Schwurgericht in Stuttgart wird voraussichtlich mehrere Verhandlungstage umfassen. Die Anklage stützt sich auf forensische Beweise und Zeugenaussagen. Die Verteidigung hat bisher keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben. Der Angeklagte befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.
Öffentliches Interesse und mediale Berichterstattung
Der Fall hatte aufgrund der ungewöhnlichen Fundumstände und der Brutalität der Tat großes öffentliches Interesse geweckt. Die Leiche im Koffer war unter einer Brücke am Stadtrand von Filderstadt entdeckt worden, was zu intensiven Ermittlungen führte. Die Polizei hatte damals mit einem Großaufgebot nach Hinweisen gesucht. Der Prozess wird nun mit Spannung erwartet. Das Landgericht Stuttgart hat für den Prozessbeginn am 9. Juni mehrere Termine angesetzt. Die Öffentlichkeit ist zugelassen, sofern keine Ausschlussgründe vorliegen.
Die Hinterbliebenen der getöteten Frau werden voraussichtlich als Nebenkläger auftreten. Der Prozess könnte auch Aufschluss über das Tatmotiv geben, das bislang im Dunkeln liegt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Beziehungstat aus, ohne jedoch nähere Details zu nennen. Der Angeklagte schweigt bisher zu den Vorwürfen.



