Nach nur rund vier Wochen als Kurzzeit-Bürgermeisterin von Strausberg hat Annette Binder ihr Amt bereits wieder abgegeben. Ihre Amtszeit im Rathaus endete planmäßig am 6. Juni, wie die zuständige Landkreisverwaltung als Kommunalaufsicht mitteilte. In den sozialen Medien verabschiedete sich Binder von den Mitarbeitern der Stadtverwaltung mit den Worten: „Ihr werdet mir fehlen.“
Hintergrund: Rechtsstreit um Wahlmängel
Der schnelle Wechsel im Bürgermeisteramt hat eine längere Vorgeschichte. Bereits im Februar hatte es bei der Hauptwahl Unregelmäßigkeiten gegeben, die zu einem Rechtsstreit führten. Im April wurde die Bürgermeisterwahl schließlich wegen mehrerer Einsprüche für ungültig erklärt. Der Verdacht der Wahlmanipulation stand im Raum, da ein ungewöhnlich großer Anteil der Wahlbriefe nicht bei der Wahlbehörde ankam. Das zuständige Postfach für die Wahlbriefe befand sich in einer Postfiliale, die von einem der Kandidaten, Patrick Hübner, betrieben wurde. Hübner wies alle Vorwürfe der Wahlmanipulation stets zurück.
Stichwahl fand dennoch statt
Trotz der Annullierung der Hauptwahl fand die Stichwahl statt, bei der die parteilose Kandidatin Annette Binder den Sieg errang. Da sie das Amt offiziell annahm, musste sie es zunächst ausüben – allerdings nur so lange, bis die formelle Überprüfung der Wahl abgeschlossen war. Mit Ablauf der Klagefrist am 6. Juni wurde die Wahl endgültig für ungültig erklärt, und Binder musste das Rathaus wieder räumen.
Neuwahl im Herbst angekündigt
Nun hat die Kämmerin und bisherige stellvertretende Bürgermeisterin Karolin Langner vorübergehend die Amtsgeschäfte übernommen. In dieser Woche soll der genaue Termin für die Neuwahl im Herbst bekannt gegeben werden. Annette Binder hat bereits angekündigt, erneut zu kandidieren. Die Stadt Strausberg mit ihren rund 28.000 Einwohnern muss sich somit erneut auf einen Bürgermeisterwahlkampf einstellen.



