Umfrage: 42% in BW wollen vor Rentenalter in Rente
Umfrage: 42% in BW wollen vor Rentenalter in Rente

Die Mehrheit der Beschäftigten in Baden-Württemberg will nicht länger arbeiten, obwohl die Bundesregierung eine Anhebung des Rentenalters plant. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK beabsichtigen nur zehn Prozent der Befragten, über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. 42 Prozent streben dagegen einen vorzeitigen Ausstieg an, während 35 Prozent planen, bis zur gesetzlichen Grenze zu arbeiten.

Gesundheit entscheidet über Rentenpläne

Die Umfrage zeigt deutliche Unterschiede je nach Gesundheitszustand. Von den Befragten mit guter Gesundheit wollen 39 Prozent vorzeitig in Rente gehen, bei schlechtem Gesundheitszustand sind es 56 Prozent. DAK-Landeschef Siegfried Euerle fordert daher Maßnahmen: „Es wird immer wichtiger, erfahrene Kolleginnen und Kollegen gesund, motiviert und leistungsfähig im Job zu halten. Dafür braucht es vor allem Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das stärker auf die Bedürfnisse älterer Beschäftigter zugeschnitten ist.“

Hintergrund: Rentenalter soll steigen

Die Bundesregierung plant, die Regelaltersgrenze an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Derzeit liegt das Renteneintrittsalter je nach Jahrgang zwischen 65 und 67 Jahren; wer 45 Beitragsjahre vorweisen kann, darf ohne Abschläge früher gehen. Künftig soll die Grenze voraussichtlich alle zehn Jahre um sechs Monate angehoben werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ältere seltener, aber länger krank

Neben der Umfrage wertete die DAK auch Krankendaten von rund 263.000 Versicherten in Baden-Württemberg aus. Über 50-Jährige waren demnach seltener krankgeschrieben, aber jeweils länger: Pro 100 Versicherte über 50 gab es 148 Krankschreibungen im Jahr 2025, bei Jüngeren 190. Die ältere Gruppe fehlte im Schnitt 15,3 Tage pro Krankschreibung, die jüngere nur 7,8 Tage. Der Krankenstand bei Älteren liegt daher höher.

Ab Mitte 50 steigen die Fehlzeiten deutlich. Bei 64-Jährigen beträgt der Krankenstand im Schnitt neun Prozent – an jedem Tag sind neun von 100 Arbeitnehmern krankgeschrieben. Bei über 67-Jährigen sinkt der Wert rapide, da nur Gesunde im Job bleiben.

Für die Erhebung befragte Forsa im November 2025 bundesweit 7.086 Beschäftigte, davon 1.012 in Baden-Württemberg. Rund die Hälfte der Befragten war über 50 Jahre alt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration