Dyke*March Berlin 2025: Streit mit CSD und neue Konflikte um Gaza
Dyke*March Berlin 2025: Streit mit CSD und Gaza-Konflikte

Der Dyke*March Berlin findet in diesem Jahr statt – trotz anhaltender Querelen mit dem großen Christopher Street Day (CSD) und internen Spannungen um Palästina und Israel. Das Orga-Team bestätigte auf Instagram und im Magazin „Siegessäule“, dass die Demonstration für lesbische Sichtbarkeit am Freitag, den 24. Juli, um 17 Uhr am Roten Rathaus beginnt. Die Route führt über Holzmarktstraße, Oberbaumbrücke und Skalitzer Straße zum Oranienplatz. Erwartet werden rund 4000 Teilnehmerinnen; „cis endo Männer“ werden gebeten, der Veranstaltung fernzubleiben.

Motto und Forderungen: Kampf gegen Faschismus

Unter dem Motto „Dykes* raus auf die Straße gegen Faschismus“ will der March laut eigener Mitteilung „laut, unüberhörbar und in Solidarität mit Dykes* weltweit“ für eine bessere Gesundheitsversorgung, körperliche Selbstbestimmung, ein inklusives Adoptionsrecht, gegen Sozialabbau und gegen ein Sonderregister für queere Menschen eintreten. Die Solidarität mit Palästinensern und der Kampf gegen Antisemitismus stünden nicht im Widerspruch, betont das Team.

Interne Konflikte um Gaza und Flaggenregeln

Bereits in den Vorjahren hatte der Dyke*March mit internen Auseinandersetzungen zu kämpfen, insbesondere um die Haltung zu Gaza und Israel. Jüdische Teilnehmerinnen fühlten sich nicht sicher. Ein Evaluationstreffen drehte sich fast ausschließlich um Gaza, ohne dass man sich zunächst auf gemeinsame Ziele einigen konnte. Das Orga-Team verspricht nun, die gesammelten Wünsche in die Organisation einfließen zu lassen.

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Umstritten bleibt der Umgang mit Flaggen. Nationalfahnen sind grundsätzlich unerwünscht, doch die palästinensische Flagge soll wie im Vorjahr eine Ausnahme sein. Auch die ukrainische Flagge wird als Beispiel genannt. Im Jahr 2024 waren Regenbogenflaggen mit Davidstern nicht zugelassen, was das aktuelle Team nun als missverständliche Kommunikation einräumt. Ein explizites Verbot soll es 2025 nicht geben; Details werden noch diskutiert.

Neue Führung und Konflikt mit dem CSD

Das Orga-Team hat sich erneut neu aufgestellt: Von den etwa 20 aktuellen Organisatoren waren nur drei bereits im Vorjahr dabei. Mit dem ursprünglichen Team stehe man in gutem Austausch, aber es sei nicht mehr beteiligt. Ein neuer Konflikt zeichnet sich mit dem CSD ab, der sein Programm auf den Freitagabend ausgeweitet hat – zeitgleich zum Dyke*March, mit einem „Drag March“ und Bühnenprogramm am Brandenburger Tor. Das Dyke*March-Team bezeichnet dies als „dreisten Angriff“ auf lesbische Sichtbarkeit und beklagt fehlende Absprache. Der CSD erklärte, es habe informelle Gespräche gegeben, aber keine offizielle Abstimmung; man unterstütze den Einsatz für lesbische Sichtbarkeit ausdrücklich.

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