Im Prozess um die Entführung der Kinder von Christina Block hat der Zeuge Jonathan C. vor Gericht ausgepackt. Der Mann, der im Fall Block als „Nils Holgersson“ bekannt wurde, gab an, dass ihm 10.000 Euro für die Tat geboten wurden. „Ich wollte helfen, mir wurden 10.000 Euro angeboten“, sagte Jonathan C. am Dienstag vor dem Landgericht Hamburg. Der Zeuge, der früher als Model arbeitete und im Fernsehen auftrat, soll die Kinder der Unternehmerin entführt haben.
Hintergründe des Entführungsfalls
Die Entführung der Kinder von Christina Block, der Erbin der Restaurantkette „Block House“, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Kinder waren im vergangenen Jahr aus dem Haus der Familie in Hamburg entführt worden. Die Polizei konnte sie nach einer großangelegten Fahndung unverletzt befreien. In dem Prozess geht es nun um die Aufklärung der Tat und die Verantwortung der Beteiligten.
Jonathan C. ist einer der Hauptbelastungszeugen. Er soll die Kinder gekidnappt haben, nach eigenen Angaben jedoch nicht aus eigenem Antrieb. „Ich wurde von einem Mann angeheuert, den ich aus dem Fernsehen kannte“, so der Zeuge. Er nannte den Namen des mutmaßlichen Auftraggebers, der ebenfalls vor Gericht steht. Details zu den genauen Umständen der Tat wollte Jonathan C. zunächst nicht preisgeben.
Motiv und Rolle des Zeugen
Der Zeuge betonte, dass es ihm nicht um die Kinder selbst ging, sondern um das angebotene Geld. „Ich war in finanziellen Schwierigkeiten und sah die Chance, schnell an Geld zu kommen“, sagte Jonathan C. Er bereue die Tat zutiefst und wolle nun zur Aufklärung beitragen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere räuberische Erpressung und Freiheitsberaubung vor.
Die Verteidigung des Hauptangeklagten stellte die Glaubwürdigkeit von Jonathan C. infrage. „Er ist ein vorbestrafter Mann, der versucht, seine eigene Haut zu retten“, so der Anwalt. Der Zeuge habe bereits mehrfach widersprüchliche Aussagen gemacht. Das Gericht muss nun klären, inwieweit die Aussagen von Jonathan C. glaubhaft sind.
Weitere Einzelheiten aus dem Prozess
Der Prozess wird voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern. Neben Jonathan C. sind weitere Zeugen geladen, die Licht in den Fall bringen sollen. Die Familie der entführten Kinder leidet unter den Folgen der Tat. Christina Block zeigte sich in einer früheren Stellungnahme erleichtert, dass ihre Kinder wohlbehalten sind, betonte aber die anhaltende psychische Belastung.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Entführung geplant und professionell durchgeführt wurde. Der oder die Auftraggeber sollen ein hohes Lösegeld gefordert haben. Die Ermittler konnten jedoch verhindern, dass Geld gezahlt wurde. Der Fall hat eine breite öffentliche Debatte über die Sicherheit von Prominenten und deren Familien ausgelöst.



