Ein 18-jähriger Fahranfänger ist auf einer Bundesstraße im Landkreis Cham mit 201 Kilometern pro Stunde in eine Geschwindigkeitskontrolle der Polizei geraten. Die Beamten hatten an der Kontrollstelle bei Arnschwang eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h festgesetzt, wie die Polizei mitteilte. Der junge Mann übertraf diesen Wert um mehr als das Doppelte.
Raserei auf der Bundesstraße
Die Polizeistreife bemerkte den Wagen, als er mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit an der Kontrollstelle vorbeiraste. Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung auf und stoppten den Fahrer wenig später. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der 18-Jährige aus dem Landkreis Cham stammt und seinen Führerschein erst im Juni 2026 erhalten hatte – also vor weniger als zwei Monaten.
Laut Polizei war die Fahrbahn zum Zeitpunkt der Kontrolle trocken, die Sichtverhältnisse waren gut. Dennoch stellte die überhöhte Geschwindigkeit eine erhebliche Gefahr für den Fahrer selbst und andere Verkehrsteilnehmer dar. Die Beamten betonten, dass bei einer solchen Geschwindigkeit selbst kleinste Fahrfehler katastrophale Folgen haben können.
Führerschein sofort eingezogen
Die Polizisten zogen noch an Ort und Stelle den Führerschein des Mannes ein. Damit darf der 18-Jährige vorläufig kein Kraftfahrzeug mehr führen. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet und ermittelt nun gegen den Fahranfänger wegen des Verdachts auf ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen gemäß § 315d StGB.
Dieser Straftatbestand liegt vor, wenn jemand im Straßenverkehr mit nicht angepasster Geschwindigkeit grob verkehrswidrig und rücksichtslos fährt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen. Die Strafen reichen von Geldstrafe bis zu Freiheitsstrafe, zudem droht eine Entziehung der Fahrerlaubnis. Im konkreten Fall wird zusätzlich geprüft, ob der Fahrer vorsätzlich gehandelt hat.
Ermittlungen wegen verbotenen Kraftrennens
Die Polizei wies darauf hin, dass derartige Geschwindigkeitsüberschreitungen keine Kavaliersdelikte seien. Im Jahr 2025 wurden in Bayern insgesamt 287 Strafverfahren wegen verbotener Kraftfahrzeugrennen eingeleitet. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen. Die Beamten in Arnschwang appellierten an alle Verkehrsteilnehmer, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo oft mit unerwarteten Hindernissen wie Wildwechsel oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu rechnen sei.
Der 18-Jährige muss nun mit einem mehrjährigen Fahrverbot und einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Sollte die Staatsanwaltschaft eine Anklage erheben, droht ihm sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Die Polizei kündigte an, die Ermittlungen mit Hochdruck voranzutreiben, um den Sachverhalt schnell aufzuklären.
Gefahren überhöhter Geschwindigkeit
Fahranfänger sind statistisch gesehen häufiger in Unfälle mit überhöhter Geschwindigkeit verwickelt. Laut dem Statistischen Bundesamt waren im Jahr 2024 Fahrer zwischen 18 und 20 Jahren bei etwa 18 Prozent aller Geschwindigkeitsunfälle die Hauptverursacher. Dabei spielen oft Unerfahrenheit und Risikobereitschaft eine Rolle. Die Polizei rät daher zu regelmäßigen Fahrsicherheitstrainings, um die Gefahren besser einschätzen zu können.
Die Beamten in der Oberpfalz kündigten an, künftig verstärkt Kontrollen auf dieser Bundesstraße durchzuführen, um weitere Raser abzuschrecken. „Eine solche Geschwindigkeit ist kein Fahrfehler, sondern eine bewusste Missachtung der Verkehrsregeln“, so ein Polizeisprecher. Der Fall zeigt einmal mehr, dass Geschwindigkeitskontrollen notwendig sind, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten.



