Zukunftsforum Potsdam kämpft für Erhalt der defizitären Biosphäre
Zukunftsforum will defizitärer Tropenhalle helfen

Rund 170.000 Besucher strömen jedes Jahr in die Tropenhalle der Biosphäre Potsdam. Die Attraktion ist weit über die Stadtgrenzen bekannt. Doch die hohen Besucherzahlen täuschen über ein strukturelles Defizit hinweg: Die Stadt Potsdam muss jährlich 1,78 Millionen Euro zuschießen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Diskussionen um eine mögliche Schließung.

Neue Initiative des Zukunftsforums

Das Zukunftsforum Potsdam, ein überparteilicher Verein, der sich für die Stadtentwicklung einsetzt, will nun helfen. Wie der Tagesspiegel berichtet, plant das Forum, zusätzliche Mittel für Sonderausstellungen und Workshops einzuwerben. Dabei betont der Verein, nicht als klassische Lobbygruppe aufzutreten, sondern als Unterstützer der kulturellen Einrichtung.

„Wir wollen die Biosphäre nicht nur erhalten, sondern ihre Attraktivität steigern“, erklärte ein Sprecher des Zukunftsforums. Die Tropenhalle sei ein wichtiger Bestandteil der Potsdamer Identität und ein Anziehungspunkt für Touristen. Mit gezielten Spendenaktionen sollen vor allem Bildungsangebote und zeitlich begrenzte Ausstellungen finanziert werden.

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Finanzielle Schieflage seit Jahren

Die Biosphäre Potsdam ist ein Dauerprojekt mit hohen Betriebskosten. Die Stadt trägt das Defizit aus dem Haushalt, doch der Forderungsdruck wächst. Bereits 2019 stand eine Schließung zur Debatte, nachdem ein externes Gutachten die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt hatte. Seitdem wird nach alternativen Finanzierungsmodellen gesucht. Die 1,78 Millionen Euro pro Jahr entsprechen rund 10 Prozent des gesamten Kulturetats der Stadt.

Der Zuschuss deckt vor allem Personal- und Energiekosten. Die Eintrittspreise allein können die Ausgaben nicht decken. „Ohne die städtische Unterstützung wäre die Biosphäre nicht überlebensfähig“, so ein Stadtsprecher. Das Zukunftsforum hofft, durch private Mittel zumindest einen Teil des Drucks von der Stadt zu nehmen.

Keine Lobby, sondern Brückenbauer

Der Verein legt Wert darauf, nicht als Interessenvertreter der Biosphäre wahrgenommen zu werden. „Wir verstehen uns als Vermittler zwischen Stadt, Betreibern und Bürgern“, betont der Sprecher. Ziel sei es, langfristige Lösungen zu entwickeln, die über einmalige Spenden hinausgehen. Dazu gehören Patenschaften für Pflanzen oder Tiergehege sowie Kooperationen mit Schulen.

Kritiker warnen jedoch, dass private Initiativen den öffentlichen Druck zur Einsparung verringern könnten. „Es darf nicht sein, dass freiwillige Spenden die strukturelle Unterfinanzierung kaschieren“, sagt ein Kommunalpolitiker. Das Zukunftsforum entgegnet, dass es um zusätzliche Qualität gehe, nicht um den Ersatz städtischer Pflichten.

Wie geht es weiter?

Das Zukunftsforum hat bereits erste Gespräche mit potenziellen Sponsoren geführt. Konkrete Summen wurden noch nicht genannt. In den kommenden Monaten will der Verein eine detaillierte Projektplanung vorlegen. Die Stadt Potsdam begrüßt die Initiative, betont aber, dass die Grundfinanzierung weiterhin eine öffentliche Aufgabe bleibe.

Die Biosphäre bleibt vorerst geöffnet – und der Kampf um ihre Zukunft ist noch nicht entschieden. Das Zukunftsforum hofft, mit seinem Engagement ein Zeichen zu setzen, dass die Potsdamer hinter ihrer Tropenhalle stehen.

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