Galeria am Berliner Alexanderplatz: Zukunftskonzept ohne Kaufhaus und Bibliothek
Galeria Alexanderplatz: Plan ohne Kaufhaus und Bibliothek

Für das Galeria-Warenhaus am Berliner Alexanderplatz wird an einem Zukunftskonzept gearbeitet, das auch ohne den Kaufhauskonzern und ohne die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) auskommen könnte. Das teilte die Eigentümerin des Gebäudes, die Commerz Real, dem RBB am Donnerstag mit.

Eigentümerin bereitet Alternativplan vor

Demnach bereitet sich das Unternehmen auf den Fall vor, dass Galeria den Standort aufgibt und zugleich die Verhandlungen mit dem Berliner Senat über einen Umzug der ZLB in das Gebäude scheitern. „Für den Fall, dass es doch nicht zu einer Einigung kommen sollte, arbeitet die Commerz Real an Alternativen, dies zusammen mit dem Immobiliendienstleister ECE, Hamburg, als Berater“, sagte ein Sprecher von Commerz Real der „Berliner Morgenpost“.

Ziel sei die Entwicklung eines gemeinsamen Konzepts mit den Architekturbüros Atelier Oslo und Kleihues + Kleihues. Dieses soll noch vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September fertig sein, heißt es in dem Bericht.

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Verhandlungen über Mischnutzung laufen parallel

Parallel verhandeln Commerz Real, der Berliner Senat und Galeria weiterhin über eine Mischnutzung des Gebäudes. Nach den bisherigen Plänen könnte Galeria seine Verkaufsfläche deutlich verkleinern, während die ZLB als Hauptmieter einziehen würde, berichtet der RBB. Eine Einigung steht bislang jedoch aus, unter anderem wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen. Die Kulturverwaltung erklärte dem RBB, man befinde sich weiterhin in „guten Gesprächen“.

Vier Berliner Filialen von Galeria sind von der Überprüfung betroffen: Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm und Spandau. Nicht auf der Liste steht der Standort in Tegel, der im Oktober 2022 als erste neue Filiale des Unternehmens in Deutschland seit 30 Jahren eröffnet wurde.

Wirtschaftssenatorin Giffey sichert Unterstützung zu

„Lebendige Innenstädte brauchen einen starken Einzelhandel. Warenhäuser wie Galeria sind wichtige Anziehungspunkte, schaffen Arbeitsplätze und stärken unsere Stadtteilzentren“, teilte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) auf Instagram mit. Der „sehr erfolgreiche Galeria-Standort in Tegel“ zeige, dass es für Warenhäuser in Berlin gute Zukunftsperspektiven geben kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

„Deshalb haben wir ein großes Interesse daran, gemeinsam mit Galeria, den Eigentümern und den Bezirken auch für die weiteren Berliner Standorte tragfähige Perspektiven zu entwickeln“, heißt es auf Instagram weiter. Giffey bekräftigte das Interesse des Senats, die Berliner Galeria-Standorte zu erhalten.

Auf Instagram teilte sie mit, die neue Unternehmensstrategie biete die Chance, die Warenhäuser langfristig zukunftsfähig aufzustellen. „Klar ist aber auch: ohne Veränderungen an den Rahmenbedingungen vor Ort wird es nicht gehen.“ Im Mittelpunkt stünden nun Lösungen bei den Mietkonditionen, Flächenzuschnitten und der Attraktivität der jeweiligen Standorte. „Dort, wo das Land Berlin unterstützen und zwischen den Beteiligten vermitteln kann, werden wir das, wie bisher auch, tun“, teilte Giffey mit.

Neuer Millionenkredit für Galeria

Die angeschlagene Warenhauskette bekam kürzlich eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Die Kreditlinie wird von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereitgestellt und ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Im Juni wurde bereits bekannt, dass rund 30 der 83 Filialen als gefährdet gelten.

Der Konzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.

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