Gratis-Schwimmbad vor der Volksbühne: So klappt der Badespaß
Gratis-Schwimmbad vor der Volksbühne: So klappt's

Das temporäre Gratis-Schwimmbad vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte nimmt konkrete Formen an. Ab dem 7. August können Berlinerinnen und Berliner dort kostenlos baden. Die Eröffnungsaktion des neuen Intendanten Matthias Lilienthal verwandelt die Straße vor dem Theaterportal für acht Wochen in ein Freibad. Das Projekt trägt den Namen „Volksbad“.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Am Dienstag waren die Bauarbeiten in vollem Gange: Ein Bagger planierte Kies als Untergrund für das Schwimmbecken. Am Freitag soll das 25 Meter lange und fünf Meter breite Becken angeliefert werden. Am Samstag wird das 1,20 Meter tiefe Becken mit Wasser gefüllt. Die Umkleidecontainer werden am Dienstag, 28. Juli, geliefert. Auch mobile Duschen und eine Pommesbude sind geplant.

Laut Dario Brinkmann vom Technischen Produktionsteam der Volksbühne begannen die Planungen bereits im Oktober 2025. „Nicht nur der Denkmalschutz musste berücksichtigt werden, wir mussten auch viele Erlaubnisse von Behörden einholen.“ Das Genehmigungsverfahren sei schwierig gewesen, „nicht weil jemand dagegen war, sondern weil in den Behörden die Personalkapazitäten nicht ausreichen, was sich in der Erreichbarkeit auswirkt.“

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Tickets: Kostenlos, aber zeitgebunden

Die Frage, die viele Berliner bewegt: Wann gibt es Tickets? „Ab dem 4. August kann man sich die kostenlosen Zeitfenstertickets sichern“, erklärt eine Sprecherin der Volksbühne. „Ein Ticket kann man generell immer erst drei Tage vor dem Gültigkeitstag erwerben, nicht früher.“ Maximal 50 Personen dürfen gleichzeitig ins Becken. Es werden 2-Stunden-Zeitslots vergeben.

Das Baden steht Erwachsenen und Kindern offen, sofern diese schwimmen können. Kinder unter zehn Jahren dürfen nur in Begleitung einer erwachsenen Aufsichtsperson. Die Sprecherin betont: „Die wichtigste Einlassvoraussetzung zum Bad ist, dass wir ausreichend Platz haben. Einen Ausweis wollen wir nicht sehen.“ Anders als im Heidebad Halle werde niemand nach Deutschkenntnissen gefragt. „Wir werden niemanden fragen, ob er Deutsch kann, bevor er hineindarf.“

Kosten und Finanzierung

Das Projekt soll bis zu 24.000 Menschen eine kostenlose Erfrischung ermöglichen. Die Kosten für das Schwimmbecken belaufen sich auf rund 300.000 Euro, die aus dem laufenden Haushalt der Volksbühne finanziert werden. Für den laufenden Betrieb sucht die Volksbühne noch Drittmittelgeber und Sponsoren.

Idee und Hintergrund

Die Ursprungsidee zum „Volksbad“ entstand im Gespräch mit der Regisseurin Florentina Holzinger. Ihr Theaterstück „Ophelia’s Got Talent“, bei dem Künstlerinnen in einem riesigen Wasserbecken auf der Bühne schwammen, diente als Inspiration. Das Freibad ist ein Statement der neuen Theaterleitung gegen die jahrelange Sparpolitik bei der öffentlichen Infrastruktur in Berlin. „Es ist ein herzliches Willkommen an die Nachbarschaft zum Start der neuen Spielzeit“, so die Sprecherin. Egal ob Schüler, Rentner, Nachbarn, Wasserratten oder Theaterfans – jeder ist willkommen.

Das „Volksbad“ kann vom 7. August bis 1. Oktober immer dienstags bis samstags von 12 bis 20 Uhr sowie donnerstags von 13 bis 21 Uhr besucht werden. Sonntag und Montag sind Ruhetage.

Geschichte der Volksbühne

Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz blickt auf eine über 130-jährige, wechselvolle Geschichte zurück. Sie gilt seit ihrer Gründung als eines der politischsten, streitbarsten und innovativsten Theater Deutschlands. Der Verein „Freie Volksbühne“ wurde im Juli 1890 mit dem Motto „Die Kunst dem Volke“ gegründet, um der Arbeiterschaft Zugang zu Kultur zu ermöglichen.

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