Hochwasser in Brandenburg: Alarmstufe eins in Pritzwalk
Hochwasser in Brandenburg: Alarmstufe eins in Pritzwalk

Brandenburg hat wegen der aus Polen anrollenden Hochwasserwelle an der Oder die erste von vier Alarmstufen ausgelöst. Der Pegel bei Stützkow stieg über Nacht um acht Zentimeter über den Richtwert, wie ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums in Frankfurt (Oder) mitteilte. Stützkow liegt in einem dünn besiedelten Gebiet am Rande des Nationalparks Unteres Odertal, etwa 15 Kilometer südlich von Schwedt.

Bei weiter steigenden Pegeln wird die Flutung eines großen Polders vorbereitet. Durch gezielte Öffnung von Deichtoren soll ein Teil des Hochwassers auf dafür vorgesehene Wiesen der Oderaue geleitet werden, um die Deiche zu entlasten. Am Ort des Übertritts der Oder aus Polen nach Deutschland, Ratzdorf, lag der Pegel noch 28 Zentimeter unter der ersten Warnstufe, stieg jedoch um elf Zentimeter.

Die Schifffahrt auf der Oder blieb zunächst uneingeschränkt. Die Behörden erwarten den Höhepunkt der Hochwasserwelle am Mittwoch oder Donnerstag nach Pfingsten, dann könnte Alarmstufe drei ausgelöst werden. Dank der nach der Oderflut von 1997 mit Millionenaufwand grundlegend erneuerten Deiche rechnen die Behörden nicht mit großflächigen Überschwemmungen wie damals.

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In Polen ist die Lage weiter angespannt. Mindestens zwölf Menschen kamen durch das Hochwasser ums Leben, darunter eine ertrunkene Frau bei Sandomierz und ein Mann in Kattowitz. Teile von Sandomierz, rund 200 Kilometer südlich von Warschau, stehen unter Wasser. Der polnische Regierungschef Donald Tusk warnte: „Das Hochwasser ist noch nicht vorbei.“ An einigen Stellen wachse die Gefahr.

In Warschau stieg der Weichsel-Pegel auf 7,74 Meter und überschritt damit die Alarmmarke von 6,50 Metern deutlich. Als kritisch gilt eine Flusshöhe von acht Metern. Der Hochwasserscheitel erreichte die Hauptstadt, die Deiche hielten jedoch bisher stand. Die Flutwelle rollt weiter nach Norden und bedroht die Städte Plock und Wloclawek. Südlich von Warschau kam es zu Dammbrüchen, die mehrere Ortschaften überfluteten. Die Flutwelle auf der Oder erreichte inzwischen Breslau, wo Einwohner gefährdeter Stadtteile in Sicherheit gebracht werden sollen.

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