Der Berliner Kaufmannsverein hat einen ungewöhnlichen Vorstoß gewagt: Stadträte in den Bezirken und Staatssekretäre sollen künftig nur noch Menschen werden, die für ihre Aufgaben auch tatsächlich qualifiziert sind. Das Parteibuch soll nicht mehr allein über die Besetzung politischer Ämter entscheiden. Kolumnist Kasupke von der Berliner Morgenpost unterstützt diese Forderung und geht noch einen Schritt weiter.
Qualifikation vor Parteibuch – ein revolutionärer Gedanke
Kasupke schreibt in seiner Kolumne, dass er die Idee des Kaufmannsvereins für sehr unterstützenswert hält. „Ick wäre sehr einvastanden, wenn Qualifikation vor Parteibuch kommt“, so der Kolumnist. Er betont, dass dieses Prinzip noch viel mehr für Ministerposten gelten sollte. „Da wäre det sojar noch wichtija“, fügt er hinzu. Der Blick auf die aktuelle und die vorherige Regierungsbank zeige, dass dort Personen Karriere machten, die auf dem realen Arbeitsmarkt keine Chance hätten.
Problem: Gut ausgebildete Menschen meiden die Politik
Gleichzeitig räumt Kasupke ein, dass gut ausgebildete Menschen selten den Weg in die Politik fänden. „Schade eijentlich“, kommentiert er diesen Missstand. Der Vorschlag des Kaufmannsvereins zielt darauf ab, die Qualität der politischen Arbeit zu verbessern und die Effizienz der Verwaltung zu steigern. Ob eine solche Reform tatsächlich umsetzbar ist, bleibt jedoch fraglich. Die Debatte über die Besetzung politischer Ämter ist nicht neu, aber der Vorstoß aus der Berliner Wirtschaft gibt ihr neue Nahrung.
Reaktionen aus der Politik
Bislang haben sich führende Politiker noch nicht zu dem Vorschlag geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob die Idee des Berliner Kaufmannsvereins in der politischen Landschaft Berlins auf offene Ohren stößt. Klar ist: Die Forderung nach mehr Qualifikation und weniger Parteibuch könnte weitreichende Folgen haben – nicht nur für Berlin, sondern für die gesamte Bundesrepublik.



