Dänemarks Premier: Jeden Zentimeter Nato-Gebiet verteidigen – auch Grönland
Dänemark: Nato-Gebiet verteidigen – auch Grönland

Der dänische Premierminister hat am Mittwochmorgen klargestellt, dass Dänemark jeden Zentimeter Nato-Gebiet verteidigen werde – einschließlich Grönland. Diese Reaktion erfolgte auf die erneuten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der beim Nato-Gipfel in Ankara seine Besitzansprüche auf die zum Königreich Dänemark gehörende Insel bekräftigte.

Trump bekräftigt Forderung nach US-Kontrolle über Grönland

Trump sagte bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Dienstag, es bleibe dabei, dass die weltgrößte Insel von den Vereinigten Staaten und nicht von Dänemark kontrolliert werden sollte. Konkrete Handlungen drohte er jedoch nicht an. Der dänische Premier kündigte daraufhin eine entschlossene Verteidigung des Nato-Territoriums an.

Bereits am Wochenende hatte ein hochrangiger US-Beamter klargemacht, dass aus Sicht der USA eine Übernahme Grönlands der einzige Weg sei, um Sicherheitsrisiken in der Arktis langfristig zu begegnen. „Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass dies der beste Weg ist, den Verteidigungsbedarf der Nato in Bezug auf Grönland zu decken“, sagte der Beamte zu Journalisten. Zugleich ließ er offen, welche weiteren Optionen geprüft würden.

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Diplomatischer Balanceakt für Dänemark

Der Nato-Gipfel in Ankara ist für Dänemark ein diplomatischer Kraftakt. Das Königreich will Trump nicht verärgern, versucht aber gleichzeitig, in der Grönland-Frage hart zu bleiben. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter verwies auf „rege Marineaktivitäten“ in der Region und betonte, dass Trump eine „dauerhafte“ Lösung anstrebe. „Bislang sehen wir als einzige Lösung den Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten“, so der Beamte.

Trumps Besitzansprüche erschüttern Nato-Partner

Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht – und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der größten Militärallianz der Welt geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA.

Trumps Drohungen, zur Not auch militärische Mittel anzuwenden, nahm er letztlich zwar zurück – ebenso wie die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. An seinen Ansprüchen auf die Insel hielt er jedoch fest.

Dänemark und Grönland lehnen Annexion ab

Die Regierungen Dänemarks und Grönlands lehnen eine Annexion durch die USA entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen, um einen Kompromiss zu finden. Der dänische Premier betonte, dass die Nato-Grundsätze der gegenseitigen Verteidigung uneingeschränkt gelten – auch für Grönland.

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