Bei einem schweren Straßenbahnunfall in Berlin-Lichtenberg sind am Dienstag 20 Menschen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Das teilte die Feuerwehr mit. Zwölf Personen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, die übrigen konnten vor Ort ambulant versorgt werden. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gehen davon aus, dass die betroffene Strecke erst am Donnerstag wieder befahrbar sein wird.
Unfallhergang: Straßenbahn kollidiert mit Oberleitungsmast
Nach Angaben der Feuerwehr war ein Teil der Straßenbahn in einer Kurve vor der Arnimstraße vermutlich gegen einen Mast der Oberleitung gefahren. Dabei wurde die rechte Seite des Fahrzeugs aufgerissen. Der letzte Wagen der Bahn entgleiste und sprang aus dem Gleis. Die genaue Unfallursache wird derzeit von der Polizei, der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) und der BVG untersucht.
Politiker und BVG-Vorstand vor Ort
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) machte sich am Nachmittag gemeinsam mit BVG-Vorstandsvorsitzendem Henrik Falk ein Bild von der Lage. Wegner sprach von einem „einzigartigen Unfall“ und zeigte sich betroffen: „In meinen Gedanken bin ich bei den Verletzten, aber auch bei denen, die diesen Unfall miterlebt haben. Das muss ein großer Schock gewesen sein.“ Falk, der bereits am Vormittag am Unfallort war, erklärte: „Unter dem Eindruck der Bilder hier vor Ort sind wir tief betroffen. In Gedanken sind wir bei den Verletzten und unseren Fahrgästen.“ Die BVG werde intensiv zur Aufklärung der Unfallursache beitragen.
Bergung und Reparatur dauern an
Die Feuerwehr war mit knapp 60 Kräften im Einsatz. Die BVG schaltete den Strom ab und bestellte einen Kran, um die entgleiste Straßenbahn abzutransportieren. Die Bergungsarbeiten begannen am Abend, parallel liefen Reparaturen an den beschädigten Oberleitungen und Masten. Die Tramlinien M5 und M17 sind unterbrochen, ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet. Die BVG rechnet mit einer Sperrung von 48 Stunden.



