In Deutschland herrscht ein alarmierender Bildungsnotstand. Der Anteil der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, steigt kontinuierlich. Aktuell liegt die Quote bei acht Prozent, was mehr als 50.000 Jugendliche pro Jahrgang entspricht. Diese jungen Menschen haben kaum Aussicht auf ein erfolgreiches Erwerbsleben, warnen Bildungsexperten.
Studien belegen dramatischen Leistungsabfall
Die Befunde aktueller Bildungsstudien zeichnen ein düsteres Bild. Der bundesweite „IQB-Bildungstrend“ bei Neuntklässlern in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik verzeichnete einen neuen Tiefstand. Im Fach Mathematik erreichte knapp ein Viertel der Jugendlichen nicht das Mindestniveau für die Mittlere Reife. Auch die „Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung“ (Iglu) ergab, dass in Deutschland jeder vierte Schüler nicht richtig lesen kann.
Pisa-Ergebnisse mit Spannung erwartet
Nachdem die deutschen Schüler bei der letzten Pisa-Studie ihr bisher schlechtestes Ergebnis erzielt haben, wartet das Land nun mit Sorge auf die neuen Resultate, die im September veröffentlicht werden sollen. Der nationale Bildungsbericht, der kürzlich vorgelegt wurde, bietet ebenfalls keine erquickliche Lektüre. Fazit: Alle reden über die Rente, aber kaum einer über den Bildungsnotstand im Land.
Basale Kompetenzen gefährdet
Immer weniger Schüler erreichen basale Kompetenzen in Lesen, Schreiben und Mathematik. Hier ist der Kern des deutschen Bildungssystems berührt. Die Quittung: Der Anteil der Schulabbrecher steigt. „Mehr als 50.000 Jugendliche eines Jahrgangs haben kaum Aussicht auf ein erfolgreiches Erwerbsleben“, kommentiert Heike Anger in einem Beitrag. Die Reformdebatte bleibt diesbezüglich seltsam unterbelichtet.



