KI-Nutzung im Lehrerzimmer verdoppelt sich innerhalb eines Jahres
KI-Nutzung im Lehrerzimmer verdoppelt sich

Der regelmäßige Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Lehrerzimmer hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Das geht aus dem „Schulbarometer“ 2026 der Robert-Bosch-Stiftung hervor, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Während im Vorjahr lediglich elf Prozent der Lehrkräfte mehrmals pro Woche mit KI arbeiteten, stieg der Anteil im aktuellen Jahr auf 25 Prozent. Nur noch zehn Prozent der Lehrer geben an, KI-Anwendungen überhaupt nicht zu nutzen.

KI etabliert sich als professionelles Werkzeug

„Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich generative KI zunehmend als Werkzeug in der professionellen Praxis von Lehrkräften etabliert“, heißt es in der Studie. Die Aktivitäten dürften jedoch nicht allein vom „privaten Engagement“ einzelner Lehrkräfte abhängen. Es müsse sichergestellt werden, „dass an den Schulen eine funktionierende technische Infrastruktur, Software und IT-Support vorhanden sind“. Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im November und Dezember 2025 insgesamt 1547 Lehrkräfte an allgemein- und berufsbildenden Schulen.

KI als digitaler Helfer bei Unterrichtsplanung und Aufgabenstellung

KI wird im Lehrerzimmer besonders häufig als digitaler Helfer beim Erstellen von Aufgaben (64 Prozent) und bei der Unterrichtsplanung (58 Prozent) genutzt. Auch das Entwerfen von Fragen für Leistungskontrollen wird der KI übertragen (36 Prozent). Weniger verbreitet ist der Einsatz von Chatbots zur Beantwortung von Schülerfragen (11 Prozent). Neu erfasst wurde, ob KI für pädagogische Prozesse wie Feedback an Schüler oder Reflexion bei pädagogischen Schwierigkeiten genutzt wird. „Diese Formen der Nutzung werden bislang jedoch deutlich seltener berichtet“, so die Studie – konkret nur bei jeweils acht Prozent der Befragten.

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Erstmals wurde in diesem Jahr auch ermittelt, inwieweit Lehrkräfte ihre Schüler KI-Tools im Unterricht nutzen lassen. Dies tun inzwischen 29 Prozent. Allerdings fürchten viele Lehrer negative Folgen: 57 Prozent erwarten schlechte Auswirkungen auf Sprach- und Schreibkompetenzen, 62 Prozent sehen die Problemlösefähigkeit in Gefahr. Jeweils 67 Prozent sorgen sich um kritisches Denken sowie soziale und kommunikative Fähigkeiten. 55 Prozent befürchten negative Folgen für die Kreativität, 53 Prozent für die Selbstständigkeit.

Große Unterschiede zwischen Schulformen und Lehrergruppen

Bei den Schulformen zeigen sich starke Unterschiede: An Förderschulen nutzen Lehrkräfte KI am seltensten, an beruflichen Schulen am häufigsten. An Grundschulen liegt der Anteil häufiger KI-Nutzung bei 18 Prozent, an Haupt-, Real- und Gesamtschulen bei 28 Prozent und an Gymnasien bei 30 Prozent. Auch bei den Lehrkräften gibt es Unterschiede: Jüngere setzen KI häufiger ein als ältere, Männer eher als Frauen. Das verdeutlicht laut Robert-Bosch-Stiftung, „dass die Integration von KI in schulische Arbeitsprozesse bislang nicht in allen Bereichen des Schulsystems gleichermaßen vorangeschritten ist und bestimmte Personengruppen bei der Qualifizierung besonders berücksichtigt werden sollten“.

Forderung nach verbindlichen Fortbildungen

Etwa die Hälfte der Lehrkräfte fühlt sich im Umgang mit KI-Tools noch unsicher. Die Robert-Bosch-Stiftung fordert daher „verbindliche Fortbildungsangebote“, die den „reflektierten, ethisch verantwortungsvollen und rechtssicheren Umgang mit KI vermitteln“. Die Länder müssten ausreichend fachliche Expertise aufbauen, um Schulen kompetent beraten zu können. Da KI ein sich schnell entwickelndes technologisches Feld sei, müsse die Qualifizierung kontinuierlich erfolgen. Auch die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) hatte zuletzt einen raschen und systematischen Ausbau von Fortbildungen zu generativer KI für Lehrkräfte gefordert.

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